Radfahrer sollten sich häufiger beschweren

Für Fahrradfahrer sind die Regelungen an Baustellen ein regelmäßiges Problem in der Stadt. Die Absicherung geschehe meist aus Autofahrersicht, so die Kritik. Der ADFC hat das schon häufiger kritisiert. Die NRZ hatte das Problem kürzlich via Twitter aufgegriffen. Jetzt haben es die Grünen noch einmal im Ausschuss für Mobilität thematisiert.

Die drei aktuellen Aufhänger: Die Regelungen an der Schloßbrücke, an der Kirchstraße und an der Friedrich-Ebert-Straße vor der Hütte, wo Radfahrer kurzerhand zum Absteigen aufgefordert werden. In einem Antrag hatten die Grünen auf die 2006 von der Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Städte unter Mülheimer Beteiligung erstellten Hinweise für die Baustellenabsicherung erinnert und dazu einige Fragen gestellt.

Für Axel Hercher, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, fielen die Antworten der Verwaltung im Ausschuss allerdings unbefriedigend aus. Nicht, weil es für die Baufirmen keine Verpflichtung gebe, die radfahrerfreundlichen Hinweise aus der Broschüre umzusetzen, sondern weil die Verwaltung bei der Beantwortung, um es salopp zu formulieren, ziemlich rumgeeiert hat. Die Straßenverkehrsbehörde würde nur teilweise die Kriterien aus der Broschüre entnehmen, erklärte Roland Jansen vom Tiefbauamt in der Sitzung, sie stütze sich auf eine Richtlinie, die geringere Anforderungen an die Baufirma stelle. Es seien meist Einzelfallentscheidungen, da es für Baustellen keine standardisierten Lösung gebe. Ziel sei es, für Fußgänger Fahrbahnwechsel und bei Fahrradfahrern auf die Aufforderung abzusteigen zu verzichten, was weitestgehend gelinge. Das klang eben alles recht vage und unkonkret.

Irritierend war für Hercher aber vor allem die Auskunft von Jansen, dass bei der Verwaltung angeblich nur wenige Beschwerden von Radfahrern bekannt seien. „Also häufiger im Rathaus beschweren“, folgert Hercher daraus und er hofft, dass sich viele Radfahrer daran halten, denn sonst bleibt alles beim alten.

 
 

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