Radfahrer müssen auf dem Mülheimer Leinpfad schieben

Nachdem ihn viele Beschwerden von Fußgängern über rücksichtslose Radfahrer auf dem Leinpfad erreichten, schaute sich Erich Oesterwind als Leiter des Zentralen Außendienstes die Sache einmal selbst an. Das Ergebis: Ordnungsamt und Polizei werden dort nun verstärkt kontrollieren.

Mülheim. Der eine oder andere Radfahrer hat es vielleicht schon schmerzlich an der Geldbörse gemerkt, wenn das Ordnungsamt am Leinpfad streng durchgreift. Das macht der Außendienst derzeit nur sporadisch, doch sind wieder schärfere Kontrollen, gemeinsam mit der Polizei, geplant. Denn nach den ersten schönen, warmen Wochenenden haben sich bei der Stadt die Beschwerden über rücksichtslose Radler gehäuft. „Wir werden hier bombardiert“, sagt Erich Oesterwind, Leiter des Zentralen Außendienstes im Ordnungsamt.

Für Radler gesperrt

Am Leinpfad, etwa in der Höhe des Wasserbahnhofs, sind die Schilder eindeutig: Radelt man aus Mülheim kommend rechts der Ruhr in Richtung Kettwig oder Saarn, so wird man per Radwege-Hinweis über die Schleuseninsel und über den Ruhrinselweg auf die andere Ruhrseite geleitet. Bis zur Mendener Brücke ist der Leinpfad, der später auf dieser Seite sehr schmal wird, für Radler gesperrt.

Viele Radfahrer bleiben aber lieber auf der attraktiven Seite, verbotenerweise, denn der Weg dort ist allein den Fußgängern vorbehalten. Radler müssten ihren Drahtesel schieben, um sich korrekt zu verhalten.

Was viele aber nicht tun, seufzt Erich Oesterwind. Der Leiter des Zentralen Außendienstes hat sich an einem schönen Wochenende selbst mal privat dorthin gestellt und durchfahrende Radler gezählt. „Beim 80. habe ich aufgehört zu zählen. Das war nach etwa einer Dreiviertelstunde“, berichtet Erich Oesterwind.

Fußgänger fühlen sich bedrängt

Einer der schönsten Flecken der Stadt lockt viele Ausflügler an. Und nicht alle Radler sind dort rücksichtsvoll unterwegs. „Es gibt auch welche, die rasen da so durch. Fußgänger und Mütter mit Kinderwagen fühlen sich bedrängt“, berichtet Oesterwind von den Beschwerden, die ihn erreichen.

Je nachdem, wie der Radler, der verbotenerweise auf dem Leinpfad fährt, angetroffen wird, muss er oder sie zahlen. „Der Verwarngeldkatalog lässt 5 bis 35 Euro zu.“ Im Schnitt seien es zehn, manchmal aber auch 15 Euro. In den nächsten Wochen plant das Ordnungsamt am Leinpfad intensivere Kontrollen und will dabei auch die Polizei einbinden.

Speziell am Leinpfad gibt es laut Oesterwind so viele Beschwerden über rücksichtslose Radler, weil es in Mülheim kaum einen so schönen Ort gibt, der für Radler verboten sei. Gute Gründe hat das Verbot an dieser Stelle, denn der Leinpfad wird im weiteren Verlauf entlang der Mauer, unterhalb der ehemaligen Jugendherberge, so schmal, dass kaum Radler und Fußgänger aneinander vorbei können. Das Schieben des Rades ist allerdings erlaubt, und dass sich die Kontrollen des Ordnungsamtes unter den Radlern recht schnell herumsprechen, merke man auch daran, dass plötzlich vermehrt brav geschoben werde. „Dann hat man ja“, so Erich Oesterwind, „das Ziel erreicht. Wir machen das hier ja nicht, um Geld zu kassieren.“

 
 

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