Provokation von Hartmann

Jochen Hartmann provoziert gerne. Kein Wunder, schließlich sieht der AfD-Vorsitzende im Rat in Franz Josef Strauß ein Vorbild, der sich bekanntlich selbst als „Mitglied im Club für deutlich Aussprache“ bezeichnet hat. Vor einigen Wochen hatte schon ein Beitrag auf der AfD-Facebook-Seite über die Grünen für Aufregung gesorgt. Der war von den Betroffenen als Diffamierung verstanden worden, dann war aber eine Entschuldigung Hartmanns erfolgt.

Nun sorgt ein Leserbrief Hartmanns an die NRZ für neuen Zündstoff. Darin hatte er am Donnerstag geschrieben: „(...) wenn ich jetzt sehe und lese, was alles für die Flüchtlinge veranstaltet wird, dann frage ich mich, ob die Fernstenliebe nicht wieder einmal über die Nächstenliebe siegt. In unseren Seniorenheime leben unsere alten Menschen, die diese wärmenden Zuwendungen zwar auch verdient hätten, aber (...) nicht bekommen. (...) Es gibt Flüchtlingsräte und Pro Asyl. Wo gibt es Seniorenräte und Pro Alter?“

Darauf hat nun Rodion Bakum, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, mit einem offenen Brief reagiert. Er wirft Hartmann Populismus vor, schließlich gebe es ja einen Seniorenbeirat und auch zahlreiche Angebote, die die Stadt für Ältere bereithält und die er auch benennt.

Provokation gelungen? Sie hat zumindest ein öffentliches Echo ausgelöst. In diesem Fall allerdings für Bakum. Er ist vom WDR zu diesem Problem interviewt worden, heute wird der Beitrag auf WDR 5 gesendet. Vielleicht gibt es ja bald eine Antwort von Hartmann. Wenngleich Brieffreunde die Zwei sicherlich nicht mehr werden.

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