Premierenerlös geht an Kettwiger Kinderheim

Die chaotischen Bibliothekare helfen Murch und der Schildkröte Trudi
Die chaotischen Bibliothekare helfen Murch und der Schildkröte Trudi
Foto: Schule
Die Gesamtschule Saarn hat den zweiten Teil der „Murch“-Trilogie auf die Bühne gebracht. Dabei drohte das Musicalprojekt nach dem verheerenden Sturm „Ela“ zu scheitern. Doch Sponsoren wurden gefunden und das Engagement vieler machte die achte Inszenierung möglich.

Mülheim. Fackeln säumen den Eingangsbereich zum Forum der Gesamtschule Saarn. Über einen roten Teppich gelangen die Premierengäste zum zweiten Teil der „Murch“-Trilogie „Murch und Magus“ in das Schulgebäude.

„Eigentlich finden unsere Premieren ja samstags statt, aber in diesem Jahr haben wir sie zu Gunsten des Kinderheims St. Josefshaus vorgezogen“, so Martina Lange, die, wie viele andere Eltern, aktiv an dem Gelingen des seit acht Jahren stattfindenden Musicals beteiligt ist. Das Kettwiger Haus erhält den Erlös des ersten Abends. Darüber freut sich Heimleiter Ralf Kuhlmann sehr: „Es gibt schon länger Kooperationen mit der Schule, auch sind einige unserer Jugendlichen hier Schüler“, so der Heimleiter. „Wir verwenden das Geld wieder für Kulturarbeit, für unser Zirkus-Projekt.“

Eis- und Feuervogel werden ein Paar

Als Kulturschule mit besonderem Musikprofil organisierten sie unter anderem Gospelabende, vokalpraktische Kurse und besäßen eine Musikklasse, so Schulleiterin Gerhild Brinkmann. „Wir spenden seit Jahren für verschiedene Projekte.“ Schon bei der Einschulung würden Schüler, die in die Musikklassen wollten, „gecastet“, berichtet Martina Lange und sagt: „Ein bisschen Talent muss man schon mitbringen.“

Auch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld hat es sich nicht nehmen lassen, trotz vollem Terminplan zur Premiere kommen und verkündet in ihrem Grußwort dem überraschten und erfreuten Publikum, dass aktuell mehr als 22 Millionen Euro für die notwendige Renovierung des Schulkomplexes bewilligt wurden. Als die Aufführung endlich beginnt, tritt der Musicalchor auf und führt singend in die abenteuerliche Geschichte ein. Zentrale Person ist Joshua, der nachts von der Schildkröte Trudi und ihrem Gefährten Artis geholt wird, da nur er als Murch den Wusels helfen kann, sie von den grässlichen Mortaks und dem Zauberer Magus zu befreien.

Mortaks in Schmetterlinge verwandelt

Los geht ein spannendes Abenteuer mit Eis- und Feuervogel, bedrohlichen Orakelfrauen, schrulligen Bibliothekaren und dem bösen Zauberer Magus, den Joshua alias Murch natürlich besiegt. Schließlich werden die Mortaks in Schmetterlinge verwandelt, Eis- und Feuervogel kriegen sich und der Friede bei den Wusels ist wieder hergestellt.

Gesang und schauspielerische Leistung der über 100 beteiligten Schüler aus den Klassen 5 bis 9 ist überragend, einige Oberstufenschüler können sich mit ihren technischen Fähigkeiten als Crew einbringen. Kostüme und Bühnenbild mit Pyrotechnik und allen Schikanen sind eine Meisterleistung ehrenamtlichen Eltern- und Schulengagements, vor allem, nachdem Sturm Ela den Fundus zerstört hatte, die Realisierung des Musicals dadurch auf der Kippe stand und alles neu hergestellt oder beschafft werden musste. Auch da konnte die Stadt Hilfe vermitteln: Bürgerstiftung, Leonhard-Stinnes-Stiftung und andere Sponsoren wurden zur Unterstützung gewonnen.

Stehende Ovationen und ein großer Blumenstrauß

Wohlverdient erhalten die strahlenden Musicalstars nach zweieinhalb Stunden stehende Ovationen und die beiden Lehrer Sebastian Klein und Stefanie von der Marwitz einen großen Blumenstrauß, denn ohne ihr Herzblut und großes Engagement wären diese außergewöhnlichen Aufführungen wohl nicht umsetzbar gewesen. „Seit November wird quasi jedes Wochenende geprobt und die Jugendlichen sind mit großer Begeisterung dabei“, betont Martina Lange. Gespannt dürfen die Fans auf die Fortsetzung der fantastischen Geschichte sein.

 
 

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