Potenziale

VHS. Schön wär’s, wenn sich die Planung in Mülheim an der Realität orientieren würde: Erst vertreiben jahrelange dirigistische Reißbrettspielchen auch den gutwilligsten Autofahrer aus der Stadt (und damit potentielle Kunden) und nun befleißigen sich Politik und Verwaltung darin, eine aus der Zeit gefallene Immobilie – übrigens auch ein Planungsopfer – zu vermarkten. Dabei ist absehbar, dass diese Lösung nur dem Immobilieninhaber Freude bereiten wird.


Eine Stellungnahme der VHS-Leitung konnte ich derweil nicht entdecken (ist die überhaupt erwünscht?), wenn auch die Zuwanderungswelle ungeahnt viele neue Aufgaben und Zielgruppen ins Haus spielen könnte – wenn man sie ließe. Wir werden – wenn nicht die Integrationsfehler der früheren Jahrzehnte wiederholt werden sollen – auf lange Zeit Kindern und Erwachsenen die Gelegenheit geben müssen, für ihren neuen Lebensabschnitt zu lernen. Wir wissen auch, dass Mütter aus den am meisten vertretenen Ursprungsländern am liebsten mit ihren Kindern gemeinsam lernen und am besten über diese Verbindung ansprechbar sind.


Das zu realisieren, bietet das alte Gebäude mit vergleichsweise geringen Veränderungen wesentlich mehr Möglichkeiten, abgesehen von den Pausenmöglichkeiten im Umfeld. Lernen und Freizeit brauchen keine unmittelbare Innenstadtlage. Die angesprochenen Gruppen als Kaufkraftbringer zu betrachten, ist geradezu zynisch. Vorstellbar wäre auch eine Mehrfachnutzung des Ringlokschuppens, soweit dessen Kernaufgaben dies zulassen.

Und wenn es denn so werden sollte, dass das Zuwanderungspotential auch Arbeitskräftepotential ist, erweisen sich vielleicht auch Industrie, Handel und Gewerbe als Sponsoren für bauliche Veränderungen – so viel Optimismus muss gestattet sein.