Polizei ist vorsichtig optimistisch

Ulrich Dörner
Polizei-Hundertschaft.
Polizei-Hundertschaft.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Mülheim. Vorsichtig optimistisch blickt die Polizei der dunklen Jahreszeit entgegen, die in der Regel erhöhte Kriminalität mit sich bringt. „Wir sind gerüstet“, sagte Thomas Weise von der Polizeiinspektion Mülheim vor der Bezirksvertretung 1 besonders im Hinblick auf die erhöhte Gewaltbereitschaft jugendlicher Banden beziehungsweise auf die allgemeine Sicherheitslage in der Innenstadt. Denn die Situation war gegen Ende 2012 und um die Jahreswende schon mal wesentlich angespannter.

Etliche Sorgen bereitete der Polizei die Jugendkriminalität vor allem Ende des vergangenen Jahres. Hauptsächlich ereigneten sich die Vorfälle rund um die zentrale Haltestelle gegenüber dem alten Kaufhofgebäude. Auffällig war dabei, dass es in erster Linie an Freitagen und Samstagen in den jeweiligen Abendstunden zu Straftaten kam – es sah ganz nach „Wochenend-Randale“ aus. „Damals häuften sich die Körperverletzungsdelikte“, berichtete Weise, „auch die Raubüberfälle hatten vorübergehend zugenommen. Besorgniserregend war die Brutalität der Übergriffe. Einmal wurden zum Beispiel auch Gleichaltrige überfallen und zusammengeschlagen.“

Polizei mit mehr Personal besser gewappnet

Eine Jugendbande, der ungefähr 20 Personen angehörten, hielt die Polizei über mehrere Monate in Atem, wie die WAZ im April dazu schrieb. Allein in den letzten Wochen des vergangenen Jahres habe es wöchentlich bis zu 53 Straftaten gegeben, die der Gruppe zur Last gelegt werden. Insgesamt wurden den Jugendlichen Ende April 114 Straftaten vorgeworfen. Angefangen hatte seinerzeit alles mit Beleidigungen und Bedrohungen.

Nach einigen Festnahmen und U-Haft für mehrere Personen hatte sich die Situation dann doch erheblich beruhigt. „Ich kann heute sagen“, so Weise, „dass sich das Verhalten dieser Jugendlichen inzwischen grundsätzlich geändert hat. Die Gegend ist wieder sicher, und wir sind darauf vorbereitet, auf kleinste Veränderungen zu reagieren.“

Es gehe für die Polizei auch darum, die Strukturen dieser Banden aufzuhellen, „deswegen sind wir bisweilen auch mit Beamten der Hundertschaften unterwegs. Wir haben ein erhebliches Personalaufkommen zur Bekämpfung dieser Kriminalität investiert.“ Wenn nun die dunkle Jahreszeit komme und die Gefahr zumindest theoretisch zunehme, dass die Zahl solcher Delikte wieder ansteige, sei die Polizei auf jeden Fall gewappnet, um dem ganz entschieden zu begegnen.