Politik geht auf die Hilferufe der Händler ein

Eigentlich herrschte unter den Planungspolitikern Mitte April noch der Konsens, dass es auf dem Rathausmarkt keine Rückkehr zum abgestellten Blech geben dürfte, wie es Claus Schindler von der SPD damals formulierte. Kritik am Konzept für den zentralen Platz gab es an ganz anderer Stelle: Begrünung und Kiosk sind die dazugehörenden Stichworte. Aber schon damals hatten die Anwohner eine Eingabe gemacht und ihr Erstaunen über die wegfallenden Parkplätze zum Ausdruck gebracht, was wiederum bei der Politik für Erstaunen sorgte, war sie doch davon ausgegangen, dass es allgemein bekannt sei, dass der Platz frei bleiben soll, so wie es beim Charrette-Verfahren von den Bürgern auch gewünscht wurde.

Der Hilfeschrei der Händler ist bei Politik und Verwaltung angekommen und hat zu einem Umdenken geführt - zumindest teilweise. Maximallösungen will eigentlich keiner. Die Verwaltung soll einem Antrag der CDU folgen und will auch ausloten, wie viele Parkplätze nötig und möglich sind. Das Konzept soll in der kommenden Sitzung vorgelegt werden.

Thorsten Ritter (Tanzschule), der als Sprecher der Initiative Rederecht erhielt, verdeutlichte noch einmal die Position der Händler und übergab zur Untermauerung an den Sitzungsvorsitzenden Dieter Wiechering (SPD) über 1200 Unterschriften, die ohne große Anstrengungen bei den Kunden in relativ kurzer Zeit gesammelt worden seien. Ritter sprach von einer Steinwüste, die dort geplant sei. „Parkende Autos sehen auch nicht besser aus, als Parkplatz erfüllt der Platz dann aber wenigstens einen Zweck.“ 95 Stellplätze gibt es derzeit dort, von denen 30 von Dauerparkern belegt werden, wie Verkehrsplaner Roland Jansen bereits in der vergangenen Sitzung erläutert hat. Der Rest werde täglich von etwa 220 Kurzzeitparkern genutzt.

Die Frage, ob die wegfallenden Parkplätze in der Nähe ausgeglichen werden können, wird unterschiedlich gesehen. Ritter wies darauf hin, dass einige Autos für Parkhäuser inzwischen zu groß seien - etwa sein eigener Multivan für die große Familie. Außerdem seien Parkhäuser und Tiefgaragen bei Frauen äußerst unbeliebt und würden zum Teil konsequent vermieden. Zudem sieht Ritter Bedarf durch die neue Bebauung an der Ruhrpromenade, wo unter anderem mehrere Ärzte einziehen werden.

Er betonte noch einmal, dass die Parkplätze für die Händler von existenzieller Bedeutung sind und Kunden klagen, selbst an einem normalen Mittwoch gegen 21 Uhr in der Innenstadt keinen nahegelegenen Platz zu finden.

Eine Entscheidung soll in der nächsten Sitzung getroffen werden.

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