Politik aus dem Sandkasten

Manchmal erinnert Politik doch an Sandkastenspiele -- vor allem an die Streitigkeiten um das Schäufelchen, die dabei so oft entstehen. Nur dass sich die Politiker nicht um das Spielzeug zanken, sondern meist darum, wer als erstes eine bestimmte Idee hatte und seinen Widersacher schickt man dann am liebsten gleich heim. Mit Jochen Hartmann, der bei der AfD hingeschmissen hat, wie es Claus Schindler von der SPD nennt, mag so recht niemand spielen. Dabei würde dieser so gerne.

Zukunft der Bachstraße

Jüngstes Beispiel: Ideen für die Bachstraße. Hartmann hatte vorgeschlagen, zu prüfen, ob daraus eine autofreie Zone werden könnte. Und prompt mault die SPD und reklamiert ihre Urheberschaft und nicht nur das. Schindler petzt auch noch, als wollte er als Streber eine gute Note: Hartmann habe keine „Hemmungen, sich bei der politischen Konkurrenz zu bedienen“, poltert er. Als ob Anträge so etwas wie asiatische Raubkopien sein könnten. Man erinnert sich, zuletzt ging es ums Kondolenzbuch. Schindler verweist jetzt auf den Mülheim-Plan der SPD zur Kommunalwahl und das darin enthaltene Kapitel zur Innenstadt. Und schon tritt aber Ernüchterung ein, denn der SPD geht es um den Parkplatz am Kohlenkamp, für die sich die Genossen eine bessere Gestaltung wünschen, ihre Idee aber unter Finanzierungsvorbehalt stellen. Im Ziel sind sie zwar ähnlich, aber doch verschieden. Man sollte Politik vielleicht besser als den Wettbewerb um die beste Idee begreifen.

Gemeinsam sind an der Nordsee auch immer die besten Sandburgen entstanden.

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