Polit-Gezänk in Wühlheim an der Ruhr

Den Banner können sie beim Stadtmarketing ruhig schon einmal bedrucken lassen: Willkommen in Wühlheim an der Ruhr, Stadt der Baustellen. Es kommt (mal wieder) einiges auf die Innenstadt zu; zu den Baustellen an Werdener Weg und Eppinghofer Kreisel werden sich weitere Schwergewichte gesellen. Der Kaufhof wird dem Erdboden gleichgemacht und auf geräumtem Areal das neue Stadtquartier Schloßstraße gebaut, der Umbau des Klöttschens steht vor dem ersten Bauabschnitt, ebenso die Rumbachkanalsanierung.

Da möchte man nicht in der Haut der städtischen Baustellenmanagerin stecken, die all das so zu organisieren hat, dass alles im Fluss bleibt: der Verkehr, aber auch die Baustellen selbst. Ein gutes Händchen ist der städtischen Baustellenplanung da zu wünschen, den Bürgern eine Gelassenheit, die beherzigt: Baustellen sind immer auch Stadtentwicklung – und ohne diese Entwicklung gibt es keine Zukunft. Natürlich wird das demjenigen schwerfallen, der im stockenden Verkehr feststeckt, oder den Händlern, die wieder einmal einen Schwund an Kunden beklagen werden. Aber es gibt so recht auch kein Entkommen: Der Kaufhof muss weg, der Rumbachkanal ist lange schon höchst sanierungsbedürftig, ebenso der Werdener Weg. Na gut: Am Klöttschen scheiden sich die Geister. . . Das ist es aber auch. Behalten wir die Gelassenheit. Wir werden schon irgendwie durchkommen.

Das politische Scharmützel und das gerichtliche Nachspiel um die Sitzanzahl in den Ausschüssen dient eher dazu, die Politikverdrossenheit zu befördern. Diese Ratsperiode steht ohnehin unter keinem guten Stern. Erst das eifrige Bäumchen-wechsele-dich zahlreicher Ratsmitglieder, die entweder die Fraktion wechselten oder gar neue gründeten. Jetzt die handfesten Streitereien um die Frage, ob CDU und SPD dem Bürgerlichen Aufbruch mit der Reduzierung der Ausschusssitze bewusst eine Stimme entziehen wollen – quasi als Retourkutsche dafür, dass der Bürgerlich Aufbruch gewagt hat, sich zu bilden. Albernes Politik-Gezänk, werden einige Bürger denken. Zu Recht. Als wenn es das politische Machtgefüge in den Ausschüssen elementar auf den Kopf stellen würde, ob der BAMH nun einen Sitz mehr oder weniger in den Gremien hätte. Mitnichten ist das der Fall.


Der Stadtrat sollte sich auf Sachpolitik besinnen. Da gibt es ausreichend Spielraum, sich auszutoben. Das würden die Bürger sicher goutieren.