Neun Kastanien müssen in Mülheim-Dümpten fallen

Noch säumen 26 Rosskastanien den Anne-Frank-Platz. Bald werden die Baumreihen Lücken haben. Neun Stämme stehen nicht mehr sicher.
Noch säumen 26 Rosskastanien den Anne-Frank-Platz. Bald werden die Baumreihen Lücken haben. Neun Stämme stehen nicht mehr sicher.
Foto: WAZ FotoPool
Nicht mehr zu retten: Neun der 26 Rosskastinen, die den Anne-Frank-Platz säumen, sind so von Schädlingen befallen, dass sie nicht mehr standsicher sind.

Mülheim.. Für neun Rosskastanien am Anne-Frank-Platz kommt bald der Tag, da muss die Säge sie absägen. „Uns bleibt keine andere Wahl. Wir müssen die Bäume dort fällen lassen. Sie stehen nicht mehr sicher.“ Sylvia Waage und Peter Schumacher vom Amt für Grünflächenmanagement können die stattlichen Stämme nicht mehr retten. „Der Gutachter hat uns bestätigt: Diese Bäume sind vom Pilz so stark zerfressen, dass sie schnell weg müssen“, betont die Amtsleiterin. „Am Dienstag, 17., oder Mittwoch, 18. Februar, rückt die Fachfirma an und entsorgt die Kastanien“, erklärt ihr Abteilungsleiter.

Entsorgen ist in diesem Spezialfall unausweichlich: „Die Bäume sind von Pseudomonas befallen. Dieses Bakterium schwächt sie. Danach haben es Pilze leicht, die Bäume zu ruinieren, weil sie das Holz zerfressen“, beschreibt Schumacher. Bisher gehen die Experten davon aus, der Wird verbreitet das Bakterium Pseudomonas. Wahrscheinlich kam es aus Asien mit Schiffen nach Holland und verbreitete sich von dort aus weiter. Eine Folge der Globalisierung.

Holzschädlinge für Menschen genießbar

Ob Tiere oder ebenso der Wind die Ansiedlung der Holz fressenden Pilze begünstigen, wird noch erforscht. „Wir arbeiten mit Kollegen aus Essen und Holland eng zusammen“, erklärt Sylvia Waage. Darum könnten die Reste nicht gelagert oder verkauft, sondern müssten thermisch verbrannt werden.

Am Anne-Frank-Platz haben sich auf den neun Rosskastanien der Austernseitling (Pleurotus ostreatus) und der Samtfußrübling (Flammulina velutipes) breit gemacht. „Sie fressen sich schnell vor, zersetzen das Holz bis zur Stammmitte“, beschreibt Peter Schumacher. Andererseits seien die Holzschädlinge für Menschen genießbar, sagt Sylvia Waage. „Das ist kein Trost: Wir müssen nun regelmäßig die anderen Kastanien prüfen und sie umlegen, wenn sie nicht mehr sicher stehen. Die Stadt hat die Verkehrssicherungspflicht.“

In zwei Wochen müssen die Bäume gefällt sein

Zwei Wochen gibt der Baumprüfer den rund 80-jährigen Rosskastanien am Anne-Frank-Platz. Dann sollten sie dort entfernt sein. Während der Fällarbeiten sei mit Behinderungen zu rechnen, heißt es aus dem Rathaus. In dieser Zeit wird die Einbahnregelung der Straße „Eigene Scholle“ aufgehoben.

Garten- und Grundstücksbesitzer sollten ebenfalls prüfen, ob ihre Kastanien vom Bakterium Pseudomonas sowie vom Austernseitling und dem Samtfußrübling befallen und geschädigt sind. Auch diese Stämme müssten entsorgt werden.

„So lange es keine Gegenmittel gilbt, können wir befallene Kastanien nicht mehr halten“, betont Sylvia Waage. „Vorerst müssen wir andere Baumarten anpflanzen, die widerstandsfähiger sind.“

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