Neuer Rückschlag für Ruhrbania

Mülheim. Das größte Städtebauprojekt der letzten Jahrzehnte, Ruhrbania, erlebt erneut einen Rückschlag: Die August Heine Baugesellschaft AG hat am Mittwoch beim Amtsgericht Duisburg Insolvenz angemeldet. Heine Bau gehört neben dem Mülheimer Wohnungsbau (MWB) und dem Unternehmer Jochen Hoffmeister zu den Gesellschaftern der Projektgesellschaft „Stadtquartier Ruhr 12.0“, die das Baufeld 2 an der Ruhrpromenade bebauen wollten.

Zwar hatte Heine Bau bereits vor Wochen, wie auch Unternehmer Hoffmeister, angekündigt, aus der Gesellschaft aussteigen zu wollen, allerdings wollte das Oberhausener Unternehmen als Generalunternehmer das 25-Millionen-Projekt an der Promenade realisieren. Noch vor wenigen Tagen hatte Jürgen Steinmetz vom Vorstand der Projektgesellschaft den Baustart unter der Regie von Heine Bau für die nächsten zwei, drei Wochen angekündigt. Dass das Ende so schnell kam, überraschte dann doch viele – trotz mancher Gerüchte, die die Runde machten.

Weitere Verzögerungen sind wahrscheinlich

Wie es nun neben dem Neubau von Kondor Wessels auf dem Baufeld 2 weitergeht, hängt von den Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter Axel Schwentker in Oberhausen ab. So bald wie möglich, erklärt MWB-Geschäftsführer Frank Esser, werde man in die Verhandlungen einsteigen. Nach wie vor, betont Esser, sei die Mülheimer Wohnungsbaugesellschaft von dem Vorhaben überzeugt und wolle es realisieren. Mit erneuten Verzögerungen sei jedoch zu rechnen, sagt Esser. „Die Spanne reicht von ein paar Wochen bis zu drei Jahren.“ Auch die finanziellen Folgen seien noch unklar, heißt es.

Nach wie vor ist Heine Bau zu 45,5 Prozent Gesellschafter und damit auch einer der Eigentümer des Bauareals, wo sich einst die alte Stadtbücherei befand. Geplant sind dort bislang drei Gebäude mit vier Etagen und einem Staffelgeschoss. In erster Linie sollen dort große hochwertige Mietwohnungen mit Blick zur Ruhr entstehen. MWB versucht seit einiger Zeit, die Gesellschafteranteile von Heine und Hoffmeister zu erwerben.

Es musste oft umgeplant werden

Beim Mülheimer Wohnungsbau denkt man auch schon an einen anderen Partner als Generalunternehmer, der in der Stadt bereits Projekte dieser Größenordnung in jüngster Zeit realisiert habe, heißt es. Namen werden noch nicht genannt, wohl aber könnte es sich um die Züblin AG handeln, die die neue Feuerwache errichtete.

Das Stadtquartier Ruhr 12.0 sollte bereits im vergangenen Jahr begonnen und Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Mehrfach musste umgeplant werden, unter anderem auch, weil sich das ursprünglich vorgesehene Ärztezentrum in einem der drei Gebäude nicht realisieren ließ.

 
 

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