Neue Initiative kämpft um Erhalt der Ruhrwiese

„Freie Ruhrwiese“ nennt sich eine neue Bürgerinitiative, die verhindern will, dass auf der Ruhrwiese in Höhe von Haus Ruhrgarten ein weiterer dreistöckiger Bau mit zehn bis zwölf Wohnungen entsteht. Dies wäre, so Ingrid Goertz und Jochen Blätte von der Initiative, umweltschädlich und eine weitere Vernichtung von Freiflächen, die man in Mülheim eigentlich stoppen wolle.

Von einem weiteren „Ausverkauf der Natur“ ist die Rede. Für das Grundstück gab es jedoch bereits eine Bauvoranfrage, die von der Stadt positiv beschieden wurde, heißt: Aus Sicht der städtischen Bauverwaltung dürfte dort ein Investor bauen. Rechtlich sieht die Stadt keine Chance, das zu verbieten. Anwohner der Mendener Straße 102 klagten dagegen, zogen die Klage dann aber wieder zurück, nachdem die Richterin beim Verwaltungsgericht signalisiert hatte, dass sie die Sicht der Stadtverwaltung teile. Doch damit wollen sich Anwohner, die den Kern der Initiative bilden, nicht zufrieden geben. Sie verweisen zudem auf rund 1100 Unterschriften für den Erhalt der Grünzone. „Die Belange der Nachbarschaft und der Ökologie sind hier nicht berücksichtigt worden“, kritisiert Blätte und ist überzeugt, Verwaltung Politik könnten an der Stelle sehr wohl auch anders entscheiden, nämlich dass die Natur geschützt werde wie auf der gegenüber liegenden Seite der Ruhr, wo sich ein großes Fauna-Flora-Habitat befindet.

Auch Verkehrsprobleme führen die Bürger an: „Schon jetzt haben wir Parkplatznot, die würde sich bei weiterer Bebauung verschärfen – trotz einer möglichen Tiefgarage“, gibt Ingrid Goertz zu bedenken.

Einen Bebauungsplan gibt es für das Areal nicht, aber eben auch keinen Plan, der die Wiese unter Schutz stellt. So sieht sich die Stadt gezwungen, bei Anfragen nach dem Paragrafen 34 zu entscheiden, der besagt, dass angepasst an die Umgebungsbauten gebaut werden darf. Derzeit ist jedoch ein neuer Bebauungsplan in Arbeit, der die restlichen Freiflächen an der Ruhr schützen soll. Die Initiative fordert, dass auch das umstrittene Grundstück dort noch einbezogen wird. Am heutigen Freitag, 22. Januar, findet um 18.30 Uhr im Gemeindesaal an der Zeppelinstraße 67 eine öffentliche Versammlung des Planungsamtes zum Bauvorhaben „Ruhrwiese“ statt.