Neubau der Hochschule Ruhr-West in Mülheim kostet 100 Millionen Euro

100 Millionen Euro wird sie kosten – die neue Hochschule Ruhr West, die bis zum Jahr 2014 auf der Brachfläche neben der neuen Hauptfeuerwache an der Duisburger Straße entstehen soll. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
100 Millionen Euro wird sie kosten – die neue Hochschule Ruhr West, die bis zum Jahr 2014 auf der Brachfläche neben der neuen Hauptfeuerwache an der Duisburger Straße entstehen soll. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Die Hochschule Ruhr-West bekommt ein zentrales Hochschulareal. Bis August 2014 wird für rund 100 Millionen Euro ein Campus mit Hörsaalgebäude, Bibliothek und Mensa entstehen. Die Strahlkraft dieses Projektes soll sich auf die ganze Stadt auswirken.

Mülheim.. Wenn man den Superlativen der offiziellen Kommentatoren glauben schenkt, entsteht an der Duisburger Straße bis August 2014 ein 100 Mio Euro teures Hochschulareal, das nicht nur in Funktionalität für Lehre und Forschung glänzt, sondern auch prägend sein wird für die Entwicklung im Stadtteil. Gar von einer Strahlkraft für die gesamte Stadt ist die Rede. Das Planer-Konsortium mit dem Düsseldorfer Büro Hentrich-Petschnigg & Partner (HPP) an der Spitze sowie Astoc Architects & Planners (Köln), Winter Ingenieure (Düsseldorf) und der Planergruppe Oberhausen hat nach erster Kritik nachgearbeitet. Laut Planungsdezernentin Helga Sander war der städtische Gestaltungsbeirat „einhellig begeistert“. Es habe sich bezahlt gemacht, dem Architektur- einen Städtebau-Wettbewerb voranzustellen.

Erleichterung beim Hochschuldirektor

Hochschul-Rektor Prof. Eberhard Menzel war die Erleichterung über den wichtigen Etappensieg anzumerken: „Wir hatten einige Diskussionen in der Stadt“, blickte er wohl auch auf die langwierige Standortdebatte, „einige Steine waren aus dem Weg zu räumen. Aber auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man was Schönes bauen.“ Menzel ließ sich gleich noch von den Planern versichern, dass sie weiterhin offen sind für Ideen.

Wie gesagt: Die Architekten haben nachgearbeitet. Die Fassaden der Bauten werden nicht im dunklem Klinker gehalten, herausgekommen ist eine Kombination aus hellem, von Gebäude zu Gebäude farblich leicht changierendem Klinker, „Schaufenstern“, durch die sich die Arbeitsbereiche der Studierenden öffnen, und großzügige Fensterbänder. An der einen oder anderen Stelle soll dezent mit Farben gearbeitet werden, die maximal sechsgeschossigen Gebäude sollen sich in ihre Nachbarschaft einfügen, ohne diese zu erdrücken. So sind die vier Institutsgebäude abwechslungsreich in Terrassenform bis zu fünf Geschossen und mit Innenhöfen konzipiert, es gibt Platz für zwei Erweiterungsbauten für die Institute und die Aufstockung des Parkhauses.

Otto Normalbürger ist herzlich eingeladen

Ausdrücklich einladend, nicht nur für den Hochschulbetrieb, soll das Entree von der Duisburger Straße aus wirken, auch rückwärtig an der alten Güterbahntrasse soll der Zugang aufs 63 000 m2 große Gelände offen gestaltet sein. Denn, so die Zielsetzung von HPP-Planer Gerhard G. Feldmeyer: „Wir machen hier ein Stück Stadt.“ Abschottung: nein, „Leben im Campus“: ja. Der zentrale Bereich mit Hörsaalgebäude, Bibliothek und Mensa soll mit viel Grün, Wasserspielen und Bänken auch für Otto Normalbürger verlockend sein, man wolle nicht bloß ein „großes Stück Bildungsmaschine“ schaffen, so Astoc-Architekt Ingo Kanehl.

Auch Radtouristen, überhaupt Radfahrer, sollen bereits zum Start des Hochschulbetriebs aufs Gelände gelockt werden. Dezernentin Sander gab sich zuversichtlich, dass bis Herbst 2014 auch die Radverbindung vom Hauptbahnhof zur FH geschaffen ist. Der Regionalverband Ruhr führe zurzeit die Kaufverhandlungen mit der Bahn über die alte, bereits entwidmete Güterbahntrasse, auf der die Räder rollen sollen. Fördermittel seien bereits beim Land beantragt.

Umzug der Hochschule im August 2014

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Bauherr sagt einen Umzug der Hochschule im August 2014 voraus. „Im September nächsten Jahres drehen sich hier die ersten Kräne“, so der Leiter der zuständigen BLB-Niederlassung Münster, Markus Vieth. Er ist sicher: Das, was nun in Broich entstehe, werde prägend sein für nachkommende Bauprojekte des Landes.

Das hörte auch Heinz Lison vom Unternehmerverband gerne. Er schrieb dem BLB ins Aufgabenheft, die Auftragspakete möglichst so zu schnüren, dass der heimische Mittelstand profitieren kann. Man wolle nicht wieder leer ausgehen, wie seinerzeit beim Bau der Hauptfeuerwache, als die Züblin AG die Arbeiten nach Köln vergeben habe.

 
 

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