Netzwerk Saarn hält seit 2005 zusammen

Sechs der vielen Netzwerk-Aktiven in Saarn (v.li.): Elsbeth Wals, Christa Kontny, Renate Görke, die hauptamtliche Koordinatorin Johanna Gall, Ruth Uhlenbruck-Wandolskis und Heinz Schoppmeyer .
Sechs der vielen Netzwerk-Aktiven in Saarn (v.li.): Elsbeth Wals, Christa Kontny, Renate Görke, die hauptamtliche Koordinatorin Johanna Gall, Ruth Uhlenbruck-Wandolskis und Heinz Schoppmeyer .
Foto: FUNKE Foto Services
Freizeitgestaltung und „soziale Vorsorge“ für rund 200 Senioren. Zum zehnten Geburtstag gibt es eine Schiffs-Tour.

Mülheim.. Mit einer Schiffs-Sause zwischen Wasserbahnhof und Werden will das Netzwerk Saarn in knapp zwei Monaten seinen zehnten Geburtstag feiern. Neben einer Jazzband fahren fast 120 Gäste mit. Die Plätze sind bereits vergeben, aber längst nicht alle Akteure an Bord. Das Netzwerk, am 1. September 2005 offiziell gegründet mit Büro im Evangelischen Gemeindehaus Holunderstraße, erreicht nach eigenen Schätzungen rund 200 Menschen.

Allein beim wöchentlichen Spiele-Casino mischt ein halbes Hundert mit, sagt Heinz Schoppmeyer, der die Runde organisiert. Natürlich kommen nicht immer alle. Rund 40 Tanzfans schwingen montags beim Line Dance die Beine. Andere treffen sich zum Programmieren am PC, beim offenen Film-Treff oder in der Fahrradgruppe, die übrigens seinerzeit das erste Netzwerk-Angebot war und nach wie vor Montagsvormittags in den Sattel steigt.

Geflecht aus ehrenamtlichen Angeboten

Fast ausnahmslos sind es Frauen und Männer im Rentenalter, die tagsüber reichlich Zeit haben, die sie nicht totschlagen, sondern für sich und andere sinnvoll einsetzen wollen. „Wenn man aus dem Beruf ausscheidet, fallen auch viele Kontakte weg“, weiß Renate Görke. Damit neue wachsen können, gehört sie selber u.a. der Kreativgruppe an sowie auch dem alternativen Wohnprojekt Lina e.V., welches ebenfalls unter dem Dach des Netzwerkes Saarn Gestalt annimmt.

Von „sozialer Vorsorge“, zu der auch mal ein privater Fahrdienst oder ein Besuch im Krankenhaus gehört, spricht Johanna Gall, eine junge Sozialwissenschaftlerin, die das Geflecht aus ehrenamtlichen Angeboten als einzige hauptamtliche Kraft koordiniert. Ihre Vorgängerin Ragnhild Geck, die Ende 2014 beruflich wechselte, war mit Karin Nell vom Erwachsenenbildungswerk Nordrhein treibende Kraft bei der Netzwerkgründung.

Keine Fragen nach Konfession oder Stadtteil

Auch, weil Ragnhild Geck gleichzeitig als Diakonin arbeitete, „gab es anfangs viel Widerstand von anderen Gruppen, die sich benachteiligt fühlten“, erinnert sich Renate Görke. „Denn dies war ja keine klassische Gemeindearbeit.“ Doch mittlerweile sei das Netzwerk als starke Gemeinschaft anerkannt.

Ein weiteres gründete sich 2007 in Broich, und vier Jahre später fusionierten die beiden evangelischen Kirchengemeinden. Zwischen den Netzwerken bestehen Querverbindungen und lebhafte Kooperationen, überhaupt gelte, so Heinz Schoppmeyer: „Bei uns wird nie gefragt, von welcher Konfession oder aus welchem Stadtteil jemand kommt.“ Vielleicht auch aus diesem Grund ist das Netzwerk Saarn offensichtlich bei guter Gesundheit. Mehr als 20 regelmäßige Gruppen bzw. Termine stehen im Programm, und in den vergangenen zehn Jahren hat sich nur der Schwimmtreff, den es früher mal gab, aufgelöst.

Angebote und Ansprechpartner auch im Internet

Nahezu alle Angebote können kostenlos besucht und genutzt werden. Dass weiterhin vieles zusammenwächst in Saarn wünschen sich die Netzwerker. Und: „Dass immer wieder neue Leute dazu stoßen.“

Beim regelmäßigen Netzwerk-Treffen, immer am zweiten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr, sind stets auch neue Interessenten willkommen. Nächster Termin ist der 12. August, Treffpunkt: Gemeindehaus Holunderstraße.

Da die Homepage www.netzwerk-saarn.de von der eigenen Computergruppe gepflegt wird, findet man auch dort aktuelle Informationen. Alle Angebote und Ansprechpartner sind aufgeführt.

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