Naht die Entscheidung in Sachen Auberg?

Die Stadt möchte das Grundstück am Auberg in Saarn gerne verkaufen. Derzeit liegt der Fall zur Prüfung bei der Bezirksregierung.
Die Stadt möchte das Grundstück am Auberg in Saarn gerne verkaufen. Derzeit liegt der Fall zur Prüfung bei der Bezirksregierung.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Bezirksregierung hat Grundstück seit rund drei Monaten in der Prüfung
  • Gegner des Verkaufs fürchten Flächenfraß und Auswirkungen auf die Natur
  • Planungsamt rechnet „in den nächsten zwei Wochen“ mit Nachricht

Mülheim. Es ist eines der wenigen Filetstücke, die der Stadt noch Geld einbringen könnten. Allerdings ist das Grundstück am Aubergweg in Saarn auch Gegenstand einer Debatte, die seit mehr als drei Jahrzehnten geführt wird. „Hände weg vom Auberg“ ließen die Gegner eines möglichen Verkaufs damals auf Plakate drucken. Der Slogan wurde im Mai wieder aktuell, nachdem der Rat mit knapper Mehrheit aus Stimmen von SPD und CDU für den Verkauf gestimmt und damit eine Entscheidung aus der Bezirksvertretung gekippt hatte.

Bislang ist aber noch nichts geschehen, weil der Fall mittlerweile seit Ende Mai bei der Bezirksregierung in Düsseldorf liegt. Sie soll als Aufsichtsbehörde prüfen, ob der Bauvorbescheid über die Errichtung von zwei Einfamilienhäusern auf dem 2800 Quadratmeter-Grundstück bauplanungsrechtlich wasserdicht ist. Die BAMH-Fraktion hatte sich nach der Ratsentscheidung an die Bezirksregierung gewandt. Ist es ein reiner Lückenschluss oder ein Flächenfraß im Außenbezirk, mit dem die Stadt den Startschuss für eine weitere Bebauung im Auberg geben könnte?

Die Bezirksregierung sieht ohnehin genauer nach, seitdem sie vor etwa einem dreiviertel Jahr den Eindruck hatte, dass die Mülheimer Stadtverwaltung bei manchen baurechtlichen Entscheidungen ein bisschen zu lax geurteilt haben könnte. Als Beispiele dienten die Situation am Entenfang und die ergänzenden Bauten an das Haus Küchen im Uhlenhorst.

Dass die Bezirksregierug der Stadt bei einigen Baumaßnahmen genauer auf die Finger schaut, scheint bei der Mülheimer Verwaltung indes niemanden zu stören. Weil es als Fachaufsicht eben ihr gutes Recht sei. „Die kontrollieren ja ständig“, sagt Klaus Beisiegel, Referent im Bau- und Planungsdezernat. Etwaige Grenzfälle würden weitaus häufiger geprüft als man denke. Auch, dass der Fall seit rund drei Monaten bei der Düsseldorfer Fachaufsicht liegt, sorgt Beisiegel nicht. Manche Verfahren zögen sich schließlich „über Jahre hin“.

„Ich bin mir sicher, dass in den nächsten zwei Wochen etwas kommt“

Dass es im vorliegenden Fall Jahre dauern könnte, glaubt Planungsamtsleiter Jürgen Liebich unterdessen nicht. Er sei sich sicher, „dass in den nächsten zwei Wochen was kommt“, sagt Liebich. Auch er sieht das derzeitige Prüfverfahren gelassen. Es habe schließlich schon immer exponierte Flächen gegeben, die kritisch beäugt worden seien. Im Fall des Aubergwegs sieht der Planungsamtschef allerdings keine Probleme. Schließlich gehe es hier um „eine Lückenschließung“, quasi als „Abrundung des Innenbereichs“. Eine weitere bauliche Erschließung des dortigen Bereichs schloss Liebich aber aus. Man werde „nicht in den Auberg hinein galoppieren“.

Diese Vermutung hatten die anderen Ratsparteien unter anderem geäußert, die sich gegen den Verkauf der Fläche gestellt hatten. So befürchten sie Auswirkungen auf die Natur des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes, sollte die Fläche für Bebauung freigegeben werden. So prüft nun die Bezirksregierung das Grundstück. Sie habe sich bereits vor Ort ein Bild gemacht und die Stadt um eine Stellungnahme gebeten. „Die Stellungnahme ist bereits eingegangen und wird derzeit eingehend seitens der Bezirksregierung Düsseldorf geprüft.“ Wann man zu einer Entscheidung komme, „ist im Moment noch nicht absehbar“.

 
 

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