Nach heftigem Streit verblutet

Ein 37-jähriger Mann ist gestern Nachmittag nach einem Streit auf dem Rühlweg mitten auf der Fahrbahn verblutet. Notärzte konnten ihn nicht mehr retten. Die genaue Todesursache steht noch nicht fest, die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen am Tatort jedoch von einem oder mehreren Messerstichen aus. Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Kurz nach der schrecklichen Tat meldete sich ein Tatverdächtiger bei der Polizei. Es handelt sich bei dem Toten wie auch bei dem Tatverdächtigen um zwei Männer mit marokkanischer Abstammung.

Der Rühlweg liegt zwischen Eppinghofen und Heißen. Es geht bergauf dorthin, eine klassische Anwohnerstraße. Im Umfeld stehen schöne Einfamilienhäuser, am Rühlweg selbst befinden sich mehrere größere Wohnhäuser, ein recht grünes Umfeld. Gegen 14.45 Uhr etwa hat sich das Verbrechen ereignet. Es hat einen lauten Streit gegeben, so viel steht fest. Aufgeregte Anwohner rufen die Polizei zur Hilfe.

Als diese eintrifft, liegt der 37-Jährige stark blutend auf der Straße. Umgehende Reanimierungsversuche des Notarztes bleiben allerdings ohne Erfolg. Das Umfeld wird abgesperrt, mehrere Rettungswagen sind vor Ort. Die Mordkommission nimmt die Arbeit auf. Auch die Notfall-Seelsorge trifft ein. Während die Spurensicherung läuft, stehen zahlreiche Anwohner fassungslos vor ihren Häusern oder blicken aus den Fenstern. Auch einige Kinder sind draußen, zwei haben einen Teddybären im Arm. Andere Bewohner wollen zu ihren Häusern und kommen erst mal nicht mehr durch. Mehrere Kamerateams umschwirren den Tatort.

Ein Mann, der außer sich ist, schlägt plötzlich mit dem Kopf die Seitenscheibe eines Autos ein, das am Straßenrand unweit des Tatortes steht. Wut? Verzweiflung? Auch er muss behandelt werden. Ein Angehöriger, ein Freund, ein Nachbar? „Wir wissen bisher wenig, was sich hier abgespielt hat, auch nicht, ob außer den beiden Männern noch weitere an dem Streit beteiligt waren“, berichtet Polizeisprecher Raymund San­dach. Auch die Hintergründe der Tat seien noch völlig unklar. Die Ermittlungen sind nicht einfach. Bereits am Tag zuvor soll es am Rühlweg zu Streitigkeiten gekommen sein, ist zu hören. Ob dies mit der Tat im Zusammenhang steht, ist allerdings so schnell auch nicht zu klären.

Ein Verdächtiger stellt sich

Noch während die Polizei am Tatort ermittelt, taucht jener ebenfalls 37-jähriger Marokkaner bei der Polizeiwache an der Von-Bock-Straße auf und stellt sich. Der Tatverdächtige wird festgenommen. Gegen Abend werden die Sperren am Rühlweg aufgehoben, die Anwohner können wieder in ihre Häuser.