MVG und Stadt teilen sich die Kosten für Mülheimer Thyssenbrücke

Altersschwach: Die Thyssenbrücke, Baujahr 1909, muss zeitnah durch einen Neubau ersetzt werden. 2016 soll der Baustart erfolgen.
Altersschwach: Die Thyssenbrücke, Baujahr 1909, muss zeitnah durch einen Neubau ersetzt werden. 2016 soll der Baustart erfolgen.
Foto: Fabian Strauch

Mülheim.. 114 Jahre hat die greise Thyssenbrücke in Styrum auf dem Buckel. Sie ächzt vor den Lasten, die sie täglich – trotz bereits vorhandener Verkehrsbeschränkungen – ertragen muss. Für den geplanten Neubau der maroden Brücke liegt nun eine neue Kostenschätzung vor: 18 Mio. Euro sind in die Hand zu nehmen. Möglichst in 2016 und 2017 soll gebaut werden.

Nachdem nun eine detaillierte Ausführungs- und Kostenplanung vorliegt, präsentierte Klaus-Dieter Kerlisch, Leiter des Amtes für Verkehrswesen und Tiefbau, der Politik Details zum Millionen-Projekt auf der Hauptverbindungsstrecke zwischen Mülheims Innenstadt, Styrum und Oberhausen. Für den Brücken-Neubau sind 15,6 Mio. Euro kalkuliert, mit weiteren Kosten für Planung, Machbarkeitsstudie und Abriss der alten Brücke stehen unter dem Strich 18 Mio. Euro, die es zu finanzieren gilt.

„Sehr schwierige Gespräche“

In „sehr schwierigen Gesprächen“, so Kerlisch, habe sich die Stadt mit der MVG darauf geeinigt, dass die Finanzierung im Verhältnis von rund 60:40 (Stadt/MVG) aufgeteilt werden soll. Die Stadt erwartet vom Land eine Förderung von 4,8 Mio. Euro, der Finanzierungsanteil der MVG ist laut dem Amtsleiter zu 85 % förderfähig. Weitere Gelder wird wohl die Bahn AG zusteuern; Kerlisch erwartet in dieser Sache zähe Verhandlungen, rechnet aber mit einem Millionenbetrag.

Schon zu Beginn des neuen Jahres will die Stadt bei der Politik einen Baubeschluss abfragen, dafür müsse zunächst wohl ohne die Mittel der Bahn gerechnet werden, Stadt und MVG sollen quasi als „Bürgen“ eintreten. Wenn alle Förderbescheide vorliegen, sollen die Bauarbeiten im zweiten Halbjahr 2015 ausgeschrieben sein. 2016 und 2017 soll die neue Brücke entstehen, inklusive Beschleunigung der Straßenbahnlinie 112 und einem teilweisen Ausbau der Oberhausener Straße.

Styrumer Tangente bleibt außen vor

Die Styrumer Tangente, die einmal die nördlichen Industrieflächen auf dem Mannesmann-Gelände für Neuansiedlungen erschließen soll, bleibt in den Förderanträgen außen vor. Auf eine CDU-Anfrage machte Kerlisch deutlich: „Wenn wir die Tangente haben wollen, wird das zu 95 % unser Eigenvergnügen sein.“ In einem Gespräch über Fördermittel habe die Bezirksregierung der Stadt im Oktober wenig Hoffnung auf Mittelzuweisungen gemacht. Fördermittel stünden laut Minister-Erlass insbesondere für Brückenbauten, an Bahnkreuzungen und zur Verkehrssicherung zur Verfügung. Nichtsdestotrotz will die Stadt Anfang 2014 einen Vorentwurf für die Tangente präsentieren. Im Investitionsprogramm sind für 2016/17 Mittel für den Bau eingeplant.

CDU: dringliches Projekt

Die Politik streitet weiter darum, wer die Verantwortung dafür trägt, dass die Industriestraße immer noch nicht gebaut ist. Die SPD wirft der CDU vor, sich 2008 „aus falsch verstandener Klientelpolitik“ (Claus Schindler) gegen eine private Mitfinanzierung durch die Baumarkt-Kette Hornbach gerichtet zu haben. Die Union hatte nun „neuen Schwung bei der Projektplanung“ angemahnt. „An der Dringlichkeit dieses Straßenbauprojektes, das zugleich als Umgehungsstraße eine wichtige Entlastungswirkung für Styrum haben wird, gibt es nichts zu deuteln“, hieß es in einer Pressemitteilung gestern. Die Union fordert massive Anstrengungen der Stadt, doch noch eine Landesförderung für das Projekt zu bekommen

 
 

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