MVG lässt an vier Haltestellen in Mülheim Graffiti entfernen

Mit einem „Twister“ geht Volker Boetel im U-Bahnhof „Schloss Broich“ gegen die Graffiti auf den Ruhrsandsteinen vor. Auch in den U-Bahn-Stationen „Aktienstraße“, „Christianstraße“ und „Eichbaum“ wird, abgestimmt auf Fliesen und Steine, geputzt. Foto: Roy Glisson
Mit einem „Twister“ geht Volker Boetel im U-Bahnhof „Schloss Broich“ gegen die Graffiti auf den Ruhrsandsteinen vor. Auch in den U-Bahn-Stationen „Aktienstraße“, „Christianstraße“ und „Eichbaum“ wird, abgestimmt auf Fliesen und Steine, geputzt. Foto: Roy Glisson
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Volker Boetel und sein Team von HIB Umwelttechnik sind mit Hochdruck bei der Arbeit. Wörtlich. 2500qm Graffiti haben sie im Auftrag der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) am U-Bahnhof "Aktienstraße" entfernt. Fertig sind sie noch längst nicht.

Mülheim.. Die Zahl zeigt die Dimensionen: „2500 m² Graffiti“, sagt Volker Boetel, haben er und sein Team von HIB Umwelttechnik bisher am U-Bahnhof „Aktienstraße“ entfernt und sind dort immer noch nicht fertig: „Den Gleisbereich müssen wir noch.“ Das folgt in den nächsten Wochen. Die Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) lässt an vier Haltestellen großreinemachen und sich das 100.000 € kosten.

Mit Chemie und Hochdruck gegen Schmierereien

Der Frühjahrsputz begann im Januar: Rund 14 Tage lang ging der Trupp um Volker Boetel zuerst an der U-Bahn-Station „Christianstraße“ mit Chemie und Hochdruck gegen Schmierereien vor. Dann wurde an der Aktienstraße ein Anfang gemacht. Aktuell sind die Graffiti-Entferner unter Schloß Broich im Einsatz und haben am dortigen U-Bahn-Stopp noch einiges vor sich. „Kritzeleien und große Dinger“ überziehen die Wände aus Ruhrsandstein, wobei Bertram Gröpper, bei Via Leiter der Abteilung Ingenieurbauwesen und Immobilienmanagement, weiß, dass kleiner meist hartnäckiger bedeutet. Besonders die Namenszüge, sogenannte Tags, sind harte Gegner – und davon gibt es reichlich. „Heute läuft das in der Szene so: Die machen ein Tag, dann machen die ein Foto und stellen das ins Internet“, sagt Bertram Gröpper, der sich als Herr über die Bahn-Immobilien berufsbedingt in der Szene auskennen muss und aus dem wohl berufsbedingt der Frust spricht, wenn er sagt: „Das ist wie bei einem Hund, der sein Revier markiert.“ So komme es, dass sich teils viele Farbschichten überlagern.

Nachholbedarf in Sachen Graffiti-Entfernung

Allerdings hat die MVG in Sachen Graffiti-Entfernung auch Nachholbedarf: Im gesamten Jahr 2010 wurden laut Gröpper 200.000 € in diesen Bereich investiert; seit Jahresanfang 2011 sind es bereits 100.000 €. „Das ist natürlich Geld, das wir lieber an anderer Stelle ausgeben würden“, so MVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Wandelenus. Doch er weiß, dass beschmierte Haltestellen nicht nur unschön sind, sondern oft als Angsträume empfunden werden.

Einen Anfang will die MVG nun an den U-Bahnhöfen machen und auch das wohl größte Projekt angehen, den U-18-Stopp „Eichbaum“. Wie die unzähligen Farbschichten dort allerdings entfernt werden sollen, wissen die Experten noch nicht. Man werde Verschiedenes testen, um die grobkörnigen Steine nicht zu beschädigen. „Wir müssen vorsichtig sein, damit wir nicht alles wegätzen“, sagt Wandelenus, „sonst können wir noch neu fliesen.“ Nach der Reinigung wird in allen Bahnhöfen eine Versiegelung aufgetragen, mit der Graffiti künftig leichter entfernt werden können.

Eigene Reinigungstruppe als Ziel

Auf lange Sicht kann sich der MVG-Chef vorstellen, „eine eigene Reinigungstruppe aufzubauen“, damit künftig schneller auf Verunreinigungen reagiert werden kann. Da sieht Wandelenus eine Stärke im städteübergreifenden Verkehrsverbund „Via“: Für die drei Städte Duisburg, Essen und Mülheim würde sich eine eigene Putzkolonne lohnen. „Das in Eigenregie zu machen“, könnte Kosten sparen. Denn die, das müsse man sich klar sein, trügen letztlich Fahrgast und Steuerzahler. Zumal Vandalismus die MVG in jedem Jahr teurer zu stehen kommt. Jährlich, rechnet Wandelenus vor, steigen die durch Zerstörungen oder Schmierereien verursachten Kosten um rund 100.000 Euro.

 
 

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