Musik der Trauer in der Petrikirche

„Aller guten Dinge sind drei“ – das gilt wahrhaftig für die drei Konzertabende des Festivals Neue Musik Utopie jetzt! in der Petrikirche, das mit einem herausragenden Konzerterlebnis am Sonntag seinen krönenden Abschluss feierte.

Im Gedenken an die Ausbrüche beider Weltkriege und den Mauerfall beginnt das mit Concerto funèbre (Musik der Trauer) überschriebene Konzert mit einem „großen Nichts“ – so der Titel des 1996 komponierten Werks Gran Nada des Zeitgenossen Manuel Hidalgo für die ungewöhnliche Besetzung Akkordeon und Streichorchester. Schon hier lässt das Akademische Orchester Freiburg, ein Studentenorchester, unter seinem hervorragenden Dirigenten Hannes Reich das Publikum staunen über solch homogene und farbige Klangqualität.

Gegensätzlich und doch als Einheit empfindet man J.S. Bachs Violin-Chaconne, hier in einer andächtig-schönen Fassung mit Choralstimmen aufgeführt, sowie L. Berios O King für Sopran und fünf Instrumente. Die Klimax des Abends fand mit Karl Amadeus Hartmanns Concerto funèbre von 1939 seinen Schluss- und Höhepunkt: im Spiel des Violinsolisten Christian Ostertag und des Freiburger Orchesters wurden der aussichtslose und gleichzeitig zuversichtliche Grundcharakter des Werks als Spiegel jener Kriegszeit hör- und spürbar.

Das restlos gefesselte und stille Publikum spendete – wie vom schönen Bann erlöst – dieser großartigen Leistung begeisterten Beifall.

 
 

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