Museum ist ein Markenzeichen der Stadt

Gut besucht sind die Ausstellungen. Museumsleiterin Beate Reese (l.) konnte die Zahlen erheblich steigern. Doch mit mehr Marketing und einer besseren Infrastruktur wäre noch mehr möglich.
Gut besucht sind die Ausstellungen. Museumsleiterin Beate Reese (l.) konnte die Zahlen erheblich steigern. Doch mit mehr Marketing und einer besseren Infrastruktur wäre noch mehr möglich.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim.. Von Max Beckmann und Marc Chagall über Kandinsky, Klee und Picasso bis zu Andy Warhol und Heinrich Zille. Die Werke berühmter Künstler hat Mülheim in seinen Sammlungen. „Aber viele wissen nicht, welche Schätze wir hier haben“, sagt Museumsleiterin Dr. Beate Reese. Obwohl das Kunstmuseum in den letzten Jahren einen Sprung auf der Beliebtheitsskala der Sehenswürdigkeiten gemacht hat.

Dümpelten die jährlichen Besucherzahlen in 2008 um die 15.000, lagen sie im letzten Jahr schon bei 22.000. Bis Ende Mai dieses Jahres sind es schon über 11.000 Besucher in nur fünf Monaten. Um sich weiter zu steigern, „möchten wir die Menschen noch gezielter ansprechen“, so Reese. Dazu müsse man Wünsche und Bedürfnisse besser kennen. Die Besucherbefragung der „International School of Management“ (ISM) in Dortmund gibt Aufschluss darüber. Die Studenten befragten 403 Museumsgäste sowie Passanten in der Innenstadt.

Die Quintessenz: „Wir sind auf einem guten Weg, was die Zufriedenheit der Besucher angeht“, freut sich Reese. „Es gibt echte Fans, aber wir haben auch ein großes Potenzial an Besuchern, die wir noch nicht erreicht haben.“ Ein positives Signal ist die „große Identifikation der Menschen mit ihrem Museum und Stammkunden“. 75,7 Prozent wollen wiederkommen und gar 80,8 Prozent würden das Mülheimer Kunstmuseum weiterempfehlen. Bei der Befragung der Passanten habe sich allerdings auch gezeigt, „dass wir die Laufkundschaft in der Innenstadt eher nicht ansprechen“, so Reese.

Mittel werden knapper

Fazit: niedrigschwellige Angebote. Besondere Veranstaltungen wie Kunstaktionen vor dem Museum und in der Stadt sowie eine gezielte Ansprache neuer Besuchergruppen durch verstärkte Marketingmaßnahmen schlägt Prof. Dr. Julia Frohne vor. Die große Frage dreht sich aber auch darum, wie noch mehr Angebote mit immer knapper werdenden Ressourcen zu bewerkstelligen sind. Mehr Werbung auch außerhalb von Mülheim, da wünscht sich Reese „eine stärkere Unterstützung durch das Stadtmarketing, die MST“.

Sehr gefreut habe sie sich darüber, dass nicht nur Besucher (88,9 %), sondern auch Passanten (73,4 %) das Museum als ein wichtiges kulturelles Angebot in der Innenstadt ansehen: „Das Kunstmuseum ist ein wichtiger Image-Träger für die Stadt.“ Ein Manko hat die Befragung in der Wegweisung ergeben. Die Hälfte kommt mit dem Auto und „hatte große Schwierigkeiten, das Museum zu finden“.

Aber auch die anderen Besucher fanden die Beschilderung in der Stadt nicht ausreichend. Hotelrouten kennt man, also warum keine Kulturroute?, schlägt Reese übergreifendes Denken vor. Das betrifft auch die Wechselwirkung zwischen Museumsbesuch und City. Denn wer Kunst guckt, will danach gern mal durch die Stadt bummeln.

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