Mülheims Plan B - Seniorenresidenz statt Akademie

Der Blick auf Hotel mit Supermarkt im Erdgeschoss, hinten: die Seniorenresidenz.
Der Blick auf Hotel mit Supermarkt im Erdgeschoss, hinten: die Seniorenresidenz.
Foto: AIP Consulting
Die Sparkassen-Akademie zieht nach Dortmund. Eine Investition am Mülheimer Kaufhof-Standort soll esdennoch geben. Mit Seniorenresidenz statt Akademie...

Mülheim. Die sechs Kandidaten der Wettbewerbsendrunde um die Ansiedlung der Sparkassen-Akademie NRW waren am Freitag gehalten, in der Zeit von 16 bis 17.30 Uhr telefonisch erreichbar zu sein. Hochspannung im Herzschlagfinale. Um kurz vor fünf erreichte dann auch die Redaktion das Ergebnis der Jury-Sitzung: Dortmund wird’s. Die Enttäuschung wich nach kurzer Zeit: AIP Consulting aus Düsseldorf hält trotzdem an den Plänen fest, am Kaufhof-Standort zu investieren.

Rainer Scholze, Gründer und Gesellschafter von AIP, war am Freitag sofort bemüht, aus der Wettbewerbsniederlage eine gute Nachricht zu generieren. Offensichtlich hatte AIP mit dem US-Investmentfonds Fortress im Rücken doppelgleisig geplant. Es gibt eine Alternativplanung, „der Schandfleck Kaufhof muss beseitigt werden“, sagt Scholze. Konkret: AIP plant fortan mit einer Seniorenresidenz statt Akademie und setzt dabei auf vorhandene Mietzusagen von Holiday Inn Express für ein Hotel mit 120 Betten, von Rewe oder Tengelmann (Edeka?) für einen Supermarkt mit 1000 bis 1200 m2 Verkaufsfläche und von der Gastro-Kette Vapiano. „Wir starten da weiter durch.“ AIP will dazu Gespräche mit dem Mülheimer Wohnungsbau führen, der laut Scholze möglicherweise als Co-Investor einsteigen könnte.

AIP glaubt Mitte 2015 Bauantrag stellen zu können

Wie berichtet, sehen die Pläne der Düsseldorfer Architekten vor, den Kaufhof-Koloss baulich in drei Einzelgebäude zu filetieren. An der Seite zum Rathaus soll am Ende ein fünfeinhalbgeschossiger Bau für eine Seniorenresidenz entstehen, der neu aufgesetzt werden soll auf das bestehende Erdgeschoss der Kaufhaus-Immobilie. Im Erdgeschoss sollen weiter gewerbliche Flächen vorgehalten werden, etwa für einen Optiker oder ein Sanitätshaus. Oben drüber sollen die Appartements der Seniorenresidenz entstehen: von 45 aufwärts bis zu 90 Quadratmetern. Vis-à-vis zum Stadthafen könnte womöglich Vapiano eine attraktive Adresse sein.

Das bestehende Parkhaus glaubt AIP mit verhältnismäßig überschaubarem Aufwand modernisieren zu können. Es soll getrennt sein vom dritten, u-förmigen Gebäude im Ensemble, das mit vier Geschossen geplant ist; das Erdgeschoss mit Supermarkt, die Obergeschosse für das Hotel. Jenen Bau soll nach außen weiter die Kaufhof-Fassade mit ihren senkrechten Lisenen zieren, gestalterisch allerdings leicht ergänzt.

Scholze kündigte für Januar Gespräche mit den bisherigen Mietinteressenten an, ob sie zu ihren Zusagen stehen. Man sei so weit, dass man womöglich schon Mitte 2015 einen Bauantrag stellen könne.