Mülheimerin erlebt das Abenteuer Tansania

Die Mülheimerin Sofia Flecken macht ein soziales Jahr in Tansania
Die Mülheimerin Sofia Flecken macht ein soziales Jahr in Tansania
Foto: privat
Die Mülheimerin Sofia Flecken absolviert ein Jahr lang einen Freiwilligendienst in Makambako. Sie unterrichtet dort an einer Schule und ist begeistert von der Mentalität der Einheimischen.

Mülheim. Abitur geschafft. Für viele bedeutet das erstmal: entspannen. Nicht so für Sofia Flecken: am 25. August startete für die ehemalige Otto-Pankok-Schülerin das Abenteuer Tansania. Ein Jahr am anderen Ende der Welt – unbekanntes Land, neue Eindrücke und unglaubliche Erfahrungen. Davon machte sie die ersten schon am Flughafen von Tansania: ,,Der ist nicht vergleichbar mit unseren Flughäfen“, sagt sie ,,es gibt ein Gepäckband für alle ankommenden Flüge und einen Parkplatz so groß wie der von Aldi“. Und auch die 11-stündige Reise vom Flughafen bis zu ihrem zukünftigen Heimatort brachte die 18-Jährige zum Staunen: ,,Unser Weg führte unter anderem durch den Ruaha Nationalpark. Wir haben aus dem Auto schon Giraffen, Elefanten, Büffel, Zebras und Antilopen gesehen.“

In Makambako angekommen, waren erst einmal der lange Flug und alle Strapazen vergessen, denn Sofia erwartete ,,ein wahnsinniges Willkommens-Szenario“. Kinder, die am Straßenrand auf sie warteten, ihr Blumenkränze aufsetzten, Lieder sangen und vor Freude in die Hände klatschten. ,,Wir sind in einer Parade zur Schule gezogen. Ich war total überwältigt.“

Bewunderung für die Lebensfreude

Nun arbeitet Sofia ein Jahr lang in der afrikanischen Schule, in der viele der 5-14-jährigen Schüler auch leben und schlafen. ,,20 Prozent der Kinder sind Waisen“, sagt die Mülheimerin und bewundert deren Lebensfreude. ,,Die Kinder haben nichts und sind trotzdem so glücklich, zufrieden und freundlich.“ Im Gegensatz zu ihnen muss sie sich an die neuen Lebensbedingungen erst noch gewöhnen: Die 18-Jährige lebt in einem kleinen Zimmer mit Schrank, Bett und Dusche: ,,Einem 20 Liter Eimer“, sagt sie lachend.

Für Sofia gibt es viel zu tun: sie korrigiert Tests, gibt Englischunterricht und soll bald sogar eine eigene Klasse bekommen. Aber auch die Freizeitgestaltung der Kinder gehört nun zu ihren Aufgaben. Mit ihren ,,Turn-Jungs“ übt sie Pyramiden ein, mit den Kleineren singt sie Lieder. Bald wird sie auch die Mädchen der Schule im Volleyball trainieren. Das passt zu ihrem größten Hobby: dem Sport. ,,Es ist toll, dass ich die Kinder hier für meine Hobbys begeistern kann“, freut sie sich.

Für das Jahr viel vorgenommen

Sofia hat sich für das Jahr viel vorgenommen. Sie hat in ihrem Abiturgottesdienst Geld für die Schule gesammelt. ,,Die Schaukeln auf dem Spielplatz müssen erneuert werden und eine Wippe könnten die Kids auch gut gebrauchen“. Außerdem möchte sie mit den Kindern die Wände in der Schule bemalen.

Am 23. September hat Sofia Geburtstag. Ob da in Tansania groß gefeiert wird? ,,Ich glaube nicht“, vermutet sie. ,,Aber vielleicht gibt es mal was anderes zu essen als Reis mit Bohnen.“ Sie freut sich auf Spaghetti und einen Softdrink.

 
 

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