Mülheimer Verein hilft weltweit durch regelmäßige Spenden

Generationswechsel im Vorstand des Vereins Aktion Regelmäßige Hilfe, der seit 35 Jahren Spenden sammelt und Notleidende in vielen Staaten unterstützt.
Generationswechsel im Vorstand des Vereins Aktion Regelmäßige Hilfe, der seit 35 Jahren Spenden sammelt und Notleidende in vielen Staaten unterstützt.
Foto: AR
750 000 Euro hat die „Aktion Regelmäßige Hilfe“ gesammelt und verteilt. Basisgesundheitsarbeit, Altenbetreuung und Flüchtlingshilfe gehören dazu.

Mülheim..  Was mehrere Saarner Freunde beim Wandern nach Mintard am Rosenmontag an Ideen ausgebrütet haben, hat sich längst zu verlässlichen Projektförderungen rund um den Globus etabliert. Mehr als 750 000 Euro haben Mitglieder der „Aktion Regelmäßige Hilfe“ (AR) bis heute an Spenden zusammengetragen und verteilt.

„Wie bei AR vereinbart, ist jeder Cent auch im letzten Jahr wieder in unsere Projekte geflossen“, stellten die Kassenprüfer Martin Dörnhaus und Peter Brückner beim Spendertreffen im Jugendheim St. Mariä Himmelfahrt klar. Wo die rund 25 000 Euro im vergangenen Jahr Dankbarkeit und Freude ausgelöst haben, berichteten Kassenchef Reinhard Bach und einige Mitglieder, die nach wie vor persönlichen Kontakt zu Frauen und Männern halten, die die Spenden von AR vor Ort nach Absprache einsetzten.

Die Gesundheitsbasisarbeit in einer Gemeinde auf den Philippinen unterstützt der Verein seit seiner Gründung vor 35 Jahren. Dort sind Schwestern in Dörfern unterwegs, um Kranke medizinisch zu versorgen und um aufzuklären. Die Schwestern verteilen auch Kondome. Ein ähnliches Projekt fördert AR in Uganda. Vor Ort waren bisher die Missionsärztlichen Schwestern aktiv, die jetzt aber langsam die Basisarbeit an Einheimische übergeben, die sie ausgebildet haben. „Wir werden mit den neuen Leuten nun Kontakt halten und ihre Projektarbeit unterstützen“, sagt Harald Dörnhaus.

Weil der Geländewagen für Besuche in kaum erreichbare Dörfer repariert werden muss, bitten die Schwestern um eine Extra-Spende. AR hat das Geld überwiesen.

Aus dem Altenzentrum in Segundo Montes (El Salvador) schickte Kontaktmann Rudi Reitinger ein Dankschreiben: „Wir alle sind sehr froh, dass ihr auch in den nächsten Jahren die Gehälter unserer Köchinnen unterstützen werdet. Den berühmten Stein, der vom Herzen plumpste, habt ihr sicherlich bis Mülheim gehört.“ Dabei bekommen die neun Frauen nicht einmal den Mindestlohn von 250 US-Dollar monatlich. Die Köchinnen erhalten nur 150 Dollar, die Hilfsköchinnen 75 Dollar. Sie kochen täglich für rund 300 Senioren.

Generationswechsel im Vorstand

Weil das Innenministerium das Altenzentrum nun rechtlich aner-kannt hat, sind alle Beschäftigten versicherungspflichtig. „Wir sind damit nun aber finanziell total überfordert und können nur hoffen, dass wir da von oben keinen auf den Deckel bekommen“, lautet die Übersetzung. Gleichzeitig „hat uns die Flüchtlingshilfe die Löhne von drei Bibliothekarinnen sowie von Adela (Koordinatorin) auf einen Schlag kürzt. Wir verzweifeln alle und bemühen uns, die Ausleihe für die Menschen aufrecht zu erhalten. Wir danken für Eure sehr herzlich regelmäßige Hilfe“, endet der Brief aus Mittelamerika.

Auch vor der Haustür hilft AR: Für die Integration der Geflüchteten, die im Saarner Dorf leben, erhielt das Deutsche Rote Kreuz eine Überweisung. Frank Langer vom DRK erläuterte, wie das Leben in der Ruhraue läuft, welche Einschränkungen und Probleme die Menschen dort haben, mit der europäischen Lebensform klarzukommen. Das Lernen der Deutschen Sprache sei die größte Hürde, die Kinder leichter schafften.

Ein behutsamer Generationenwechsel zeigt sich jetzt im AR-Vorstand. Die Gründungsmitglieder übergeben nach mehr als 30 Jahren Arbeit, Einsatz und Kontakte an ihre Kinder. „AR muss jung und regelmäßig verlässlich bleiben“, sagte Mitgründer Erhard Wiera.

 

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