Mülheimer überlebt Biss von schwarzer Mamba nur knapp

Die schwarze Mamba zählt zu den gefährlichsten Schlangen der Welt.
Die schwarze Mamba zählt zu den gefährlichsten Schlangen der Welt.
Foto: imago/Pixsell
Ein 26-jähriger Mülheimer, der eine hochgiftige schwarze Mamba hielt, zahlte seine Leidenschaft fast mit dem Leben. Nach einem Biss musste schnell Gegengift her.

Mülheim.. Um 13.58 Uhr am Samstag geht bei der Feuerwehr der Notruf einer Mutter ein, die um das Leben ihres Sohnes bangt: Dessen schwarze Mamba hat ihn – vermutlich beim Füttern des giftigen Reptils – in den Finger gebissen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Während sich Feuerwehr und Notarzt auf den Weg zur Gathe­straße machen, an der sich das Unglück ereignet hat, verschlechtert sich der Zustand des 26-Jährigen dramatisch: „Das Neurotoxin der Schlange beeinträchtigte die Atmung des Patienten immens. Ein lebensbedrohlicher Zustand“, schildert Thorsten Drewes von der Mülheimer Feuerwehr den Ablauf des Einsatzes.

Für Rettung per Hubschrauber zu instabil

Ein vom Notarzt der Feuerwehr angeforderter Rettungshubschrauber soll den Patienten auf schnellstem Wege in ein Krankenhaus bringen, doch vor Ort wird klar: Der Betroffene ist zu instabil, um auf dem Luftweg transportiert zu werden. Unter Begleitung eines Notarztes wird der in Lebensgefahr schwebende Mann mit einem Rettungswagen ins Uniklinikum Essen gebracht.

„Zeitgleich ermittelten wir über die Giftnotrufzentrale Berlin, dass das Gegengift im Uniklinikum Düsseldorf verfügbar war. Sofort machte sich der Hubschrauber auf den Weg dorthin und flog es anschließend nach Essen“, führt Drewes weiter aus. „Glücklicherweise konnten wir das Serum in weniger als einer Stunde zum Patienten bringen“, so der Pressesprecher der Berufsfeuerwehr.

Biologe rät von der Haltung ab

Klaus Stürzenhofecker, Biologe bei Zoo Zajac in Duisburg, wundert der Vorfall nicht: „Bei der Haltung einer schwarzen Mamba ist höchste Vorsicht geboten. Das Verhalten einer Schlange ist unberechenbar. Wenn überhaupt, sollten nur erfahrene Schlangenhalter diese Art halten.“ In jedem Fall müsse das Terrarium abschließbar sein. Vor allem die schlechte Sehfähigkeit des Reptils sei problematisch: „Die Schlange kann die Hand ihres Halters optisch kaum von einem Futtertier unterscheiden. Eine hektische Bewegung der Hand kann genügen, um die Schlange zuschnappen zu lassen.“

Die Leiterin des Giftnotrufes der Charité in Berlin, Daniela Acquarone, berichtet von 32 bis 59 Anfragen zu Schlangenbissen pro Jahr und betont die Risiken, die die Gabe eines Gegengiftes mit sich bringe: „Die Verabreichung eines Antiserums birgt auch Gefahren und kann sogar zu einem tödlichen anaphylaktischen Schock führen“, so die Toxikologin. Wirkung zeige das Antiserum bereits nach 30 Minuten; die Gefahr erneuter Lähmungserscheinungen bestehe aber noch länger.

Notruf der Mutter rettete das Leben des 26-Jährigen

Dank des Notrufes seiner Mutter und der schnellen Beschaffung des Gegengiftes konnte das Leben des 26-Jährigen gerettet werden. „Er konnte am Montagvormittag aus dem Krankenhaus entlassen werden“, berichtet Thorsten Drewes. „Mit Konsequenzen hat der Reptilienfreund nicht zu rechnen“, sagt Volker Wiebels, Pressesprecher der Stadt. „Die Haltung der schwarzen Mamba ist in NRW nicht meldepflichtig, weil sie nicht unter Artenschutz steht.“

 
 

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