Mülheimer Star Wars-Fan baute 2,40 Meter großen Droiden

Über zwei Jahre arbeitete Simon Fleischheuer an seinem 2,40m großen IG-88.
Über zwei Jahre arbeitete Simon Fleischheuer an seinem 2,40m großen IG-88.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Ein Ingenieur aus Mülheim ist Star Wars-Fan der ersten Stunde und baute über zwei Jahre lang an einem riesigen Droiden.

Mülheim.. Eine kleine Rolle hat er in „Das Imperium schlägt zurück“ gespielt, eine große Rolle dagegen in Simon Fleischheuers Freizeit: IG-88, der Roboter und Kopfgeldjäger, ist nur für ein paar Sekunden im zweiten Stars Wars-Streifen zu sehen, zweieinhalb Jahre allerdings beschäftige er den Bauingenieur aus Mülheim. Der baute die imposante Figur nämlich im Maßstab 1:1 nach, verbrachte viele Abende und Wochenenden in seiner Werkstatt im Keller. „Ich habe darüber zwei Kinder bekommen“, sagt seine Frau Linda lachend. Ihr Mann gebar einen 2,40 Meter großen silbernen Riesen, der weltweit seines Gleichen sucht.

„Es gibt lediglich drei Nachbauten des IG-88. Eine wurde in England, eine andere in den USA angefertigt. Meine Figur hat aber den höchsten Detailierungsgrad“, berichtet Simon Fleischheuer. Kein Wunder, hat er doch jedes Bauteil handgefertigt und unendlich viele Elemente zu einem Ganzen zusammengefügt. Man kann den IG-88, der 60 Kilo wiegt, in acht große und viele kleine Stücke zerlegen. „Der Unterarm beispielsweise sieht unscheinbar aus, besteht aber aus über 30 Einzelteilen“, verrät der passionierte Modell-Bauer.

Lebensgroße Nachbildung

Als Sechsjähriger bekam er seine erste kleine Stars Wars-Figur geschenkt, die schnell sein Lieblingsspielzeug wurde. Später sammelte er die kleinen Science-Fiction-Püppchen auch, aber „nur die aus den ersten drei Star Wars-Filmen“. 2009 kam Simon Fleischheuer auf die Idee, einmal einen Star Wars-Charakter lebensgroß nachzubilden. „Die kleinen Plastikfiguren waren allerdings zu ungenau und als Modell nicht geeignet. Ich schaute mir die Bilder von IG-88 aus dem Film an, recherchierte im Internet. Dann habe ich die Figur erstmal am Rechner virtuell aufgebaut“, berichtet er.

Während die Originalfigur im Kinofilm aus viel Flugzeugschrott in nur zwei Wochen konstruiert wurde, benutzte der 38-Jährige verschiedene, ausgesuchtere und möglichst leichte Materialien – z.B. Kunststoffrohre, Aluminium, Holz. Vieles davon stammte aus hiesigen Baumärkten, in denen er „eine Zeit lang quasi gewohnt hat.“ Die Füße des Droiden befüllte der Tüftler mit viel Sand, um ihn standfest zu machen. Dann arbeitete er sich von unten nach oben vor, baute dabei ausgeklügelte Gelenke ein. Zuletzt wurde gespachtelt, grundiert, abgeschliffen, lackiert. Jeder Arbeitsschritt wurde fotografisch dokumentiert.

Auf Messen vorgestellt

„Es ist mir gelungen, übers Internet Kontakt zu Bill Hargreaves, dem Konstrukteur des Originals, aufzunehmen und ihm Bilder von meinem IG-88 zuzuschicken. Er findet, dass es tatsächlich eine Kopie ist“, erzählt der Familienvater. Auf Star Wars-Messen hat er die Figur schon vorgestellt und natürlich auf einschlägigen Fan-Seiten im Netz. An Halloween stellte er den Giganten raus in den Garten, im Dunkeln leuchten seine Augen gruselig rot. Normalerweise steht IG-88 im Flur, aber nur, weil er sich größenmäßig nicht im Wohnzimmer aufstellen lässt. Simons Frau Linda kam dieser kleine Berechnungsfehler nicht ganz ungelegen . . .

250 Millionen kleine Star Wars-Figuren wurden anlässlich der ersten drei Filme in den 80er Jahren produziert, viele werden – zumindest, wenn sie originalverpackt sind – unter Sammlern hoch gehandelt. Genau 96 Charaktere kommen in den drei Abenteuer-Geschichten vor. Genug Auswahl also, um einen weiteren Star Wars-Star nachzubauen. . . „Vielleicht irgendwann“, sagt Simon Fleischheuer. Jetzt spielt er in seiner Freizeit erstmal mit Töchterchen Clara und Söhnchen Alvin – und natürlich mit den fantasievollen Star Wars-Figuren.

Am 12. Dezember läuft Episode VII an

Die Star Wars-Saga, von Drehbuchautor, Produzent und Regisseur George Lucas erdacht, startete 1977 mit dem ersten Film „Star Wars“ (Krieg der Sterne). Ihm folgten 1980 „Das Imperium schlägt zurück“ und 1983 „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“.

Die Trilogie fand nicht nur eine riesige Fan-Gemeinde, sie brachte eine Star Wars-Industrie in Gang: Bücher, Comics, Videospiele, Spielzeuge, Rollenspiele, Kleidungsstücke, uvm. wurden produziert.

Erst Ende der 1990er Jahre wurde das Heldenepos fortgesetzt, mit „Die dunkle Bedrohung“ (1999), „Angriff der Klonkrieger“ (2002) und „Die Rache der Sith“ (2005).

Am 12. Dezember läuft in den deutschen Kinos nun Episode VII an mit dem Titel „Das Erwachen der Macht“ (produziert mittlerweile in den Disney-Studios). Vielerorts läuft der Vorverkauf schon. Geplant ist, zwei weitere Star Wars-Filme zu drehen.

 
 

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