Mülheimer Stadtteilbücherei leiht Senioren E-Book-Reader

Aus der Praxis heraus entwickelte Petra Sachse (Mitte), die Idee, E-Book-Reader für sehbehinderte Leser anzuschaffen. Möglich wurde das durch die Unterstützung der Bezirksvertretung 2 und von RWE Deutschland. Bezirksbügermeisterin Heike Rechlin-Wrede (l.) und Petra Kox (RWE) prüften die 18 Geräte.
Aus der Praxis heraus entwickelte Petra Sachse (Mitte), die Idee, E-Book-Reader für sehbehinderte Leser anzuschaffen. Möglich wurde das durch die Unterstützung der Bezirksvertretung 2 und von RWE Deutschland. Bezirksbügermeisterin Heike Rechlin-Wrede (l.) und Petra Kox (RWE) prüften die 18 Geräte.
Foto: WAZ FotoPool
Weil das Buch zu schwer in der Hand liegt und die Schrift zu klein gedruckt ist, vergeht vielen Senioren die Lust am Lesen. Dafür fand das Team der Styrumer Schul- und Stadtteilbibliothek eine wohl eher unerwartete Lösung: E-Book-Reader.

Mülheim-Styrum. „Blutige Krimis“ lesen Styrumer am liebsten, zudem Fantasy- und historische Romane. Diese Bücher werden der Schul- und Stadtteilbücherei laut deren Leiterin Petra Sachse am häufigsten entliehen. Den Trend bestätigt eine 91-Jährige: Sie nahm jüngst einen historischen Roman mit nach Hause – jedoch nicht in gedruckter, sondern in elek-tronischer Form. Die Styrumer Seniorin war die erste, die einen der 18 neuen E-Book-Reader ausprobierte, der extra für seheingeschränkte Menschen angeschafft wurde.

Die Idee, berichtet Petra Sachse, entstand aus dem Forschungsprojekt des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, an dem sich das Styrumer Netzwerk beteiligte, dem die Stadtteilbücherei angehört. Senioren den Spaß am Lesen wiedergeben wollte Petra Sachse – und hatte die Idee, das mit E-Book-Readern zu tun. Diese handlichen Computer, die praktisch nur aus einem Bildschirm plus einiger Knöpfe bestehen, wiegen wenig und lassen die Schriftgröße individuell einstellen.

Anschaffung durch Mittel der Bezirksvertretung 2 und RWE ermöglicht

Die Anschaffung wurde durch Mittel der Bezirksvertretung 2 und RWE Deutschland ermöglicht. Die Thalia-Filiale im Rhein-Ruhr-Zentrum unterstützte mit weiterem Zubehör. Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit (aus Styrum) können sich das Gerät für vier Wochen ausleihen. Das Team der Stadtteilbücherei spielt Bücher, die in der Onleihe vorrätig sind, auf und erläutert die Handhabung. „Die erste Erklärung braucht etwas Zeit, auch, weil man Schwellenängste abbauen muss“, weiß Petra Sachse, doch sei der erste Versuch mit der 91-jährigen Leserin mehr als geglückt. „Nach drei Tagen hatte sie das erste Buch durch.“