Mülheimer Pfadfinder-Stamm setzt seit 50 Jahren auf Naturerlebnisse

Gemeinsam geht es am besten: Bei den Aufbauarbeiten für das Jubiläumsfest packen alle Styrumer Pfadfinder mit an.
Gemeinsam geht es am besten: Bei den Aufbauarbeiten für das Jubiläumsfest packen alle Styrumer Pfadfinder mit an.
Foto: Michael Dahlke

Mülheim-Styrum.. Draußen auf einer Wiese liegen und in die Sterne gucken oder am Lagerfeuer zur Gitarre Lieder singen – was nach altmodischer Romantik klingt, funktioniert bei Kindern und Jugendlichen aber auch heute noch. Das jedenfalls haben Madelaine Uhlemann und Christian Thöne, Gruppenleiter beim Pfadfinder-Stamm St. Mariae Rosenkranz, bei vielen Freizeiten festgestellt. Ludger Thöne, langjähriger Stammesvorsitzender, kann das bestätigen: „Ich finde es toll, dass in unserer schnelllebigen Zeit sogar das Vorlesen noch ankommt, dass sich unsere kleinen und größeren Pfadfinder abends im Zelt gerne Geschichten vorlesen lassen“, sagt er.

Die Pfadfinder sind nicht out. Die Styrumer verzeichnen sogar einen Mitgliederzuwachs – was sie im Jahre ihres 50-jährigen Bestehens natürlich ganz besonders freut. Über 90 Mitglieder zähle man derzeit, darunter neben rund 60 Kids und Teens auch viele Gruppenleiter sowie Ehemalige, die altersmäßig schon zwischen Ü40 und Ü70 liegen, aber bei besonderen Aktion immer noch gerne mithelfen. Als „große Familie“ fühlen sich die Rosenkranz’ler. „Der Zusammenhalt ist toll“, so Thöne. Bei Freizeiten werde oft altersübergreifend agiert und gespielt. „Wir wollen das soziale Denken und Handeln fördern.“

Sommerlager zählt zu den Highlights des Pfadfinderlebens

1963 wurde der Styrumer Stamm aus der Taufe gehoben, zur Gründergeneration gibt es keinen Kontakt mehr. Dafür aber zu den anderen Stämmen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg in Mülheim. Die Styrumer selber verfügen über vier Gruppen – haben also Wölflinge (7-10 Jahre), Jungpfadfinder (10-13), Pfadfinder (13-16) und Rover (16-20), die sich einmal wöchentlich im Jugendheim treffen. Während die Kleinen noch viel toben, basteln und spielen, beschäftigen sich Jungpfadfinder und Pfadfinder auch mit Zelt-, Knoten- und Seilkunde. Sie sind gemeinsam sportlich aktiv oder sitzen zusammen und quatschen. Das gemütliche Beisammensein ist auch für die Rover sehr wichtig.

Das alle zwei Jahre stattfindende Sommerlager, das „irgendwo in Europa“ stattfindet, zählt zu den Highlights des Pfadfinderlebens. In großen weißen Zelten für acht bis zehn Leute wird übernachtet und gekocht, auf dem Programm stehen Geländespiele, Bastel- und Malaktionen, Nachtwanderungen, Lagerfeuerrunden, aber auch Ausflüge in Städte oder Freizeitparks – und in Kleingruppen weitere Exkursionen wie Kanutouren, etc. „Wir legen schon Wert darauf, in der Natur zu sein“, sagt Christian Thöne. Elektronisches Gerät muss zu Hause bleiben – auch das Handy. Dafür informieren die Leiter die Eltern in einem täglichen Blog über die Lageraktivitäten.

In einer Jurtenburg im Kirchgarten feiern die Pfadfinder heute ihr Jubiläum. Jeder bzw. jede Interessierte ist dazu eingeladen. Das Lagerfeuer ist inklusive.

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