Mülheimer Leiharbeiter erklagen eine Festanstellung

Die beiden Leiharbeiter arbeiteten jahrelang im Mülheimer MGB-Werk.
Die beiden Leiharbeiter arbeiteten jahrelang im Mülheimer MGB-Werk.
Foto: Roy Glisson / FUNKE Foto Services
Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts musste die Verleihfirma der Salzgitter Mannesmann Grobblech zwei Mülheimer Arbeiter fest anstellen.

Mülheim.. Zwei Leiharbeiter der Mannesmannröhren-Werke Qualifizierungsgesellschaft haben sich erfolgreich gegen ihre jahrelange Kettenbefristung zur Wehr gesetzt. Nach einem Rechtsstreit mit der hauseigenen Verleihfirma der Salzgitter Mannesmann Grobblech (MGB) musste diese sie nun fest übernehmen. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Anerkenntnisurteil Anfang des Jahres entschieden. Die beiden Mülheimer Arbeitnehmer hatten sich durch alle Instanzen geklagt, nachdem sich von 2005 bis 2012 ein befristeter Arbeitsvertrag bei der Qualifizierungsgesellschaft an den nächsten angeschlossen hatte.

Zwar darf von der gesetzlichen Regel abgewichen werden, wonach Zeitverträge über maximal zwei Jahre abgeschlossen und dreimal verlängert werden dürfen – im Haustarifvertrag der MGB wurden solche Serienbefristungen ausgehandelt. Die extreme Abweichung im vorliegenden Fall ging dem Bundesarbeitsgericht aber offensichtlich zu weit, erklärt Frank Stierlin, Anwalt der beiden Arbeitnehmer. „Es hat dem Arbeitgeber empfohlen, die Unwirksamkeit der Kettenbefristungen anzuerkennen, um ein Grundsatzurteil zu vermeiden, das auch anderen Leiharbeitern eine mögliche Handhabe gegeben hätte.“

Neuer Streit um die Erstattung der Fahrtkosten droht

Die Qualifizierungsgesellschaft hat dies anerkannt, beide Arbeitnehmer stehen seit 2005 mit ihr in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Sie genießen Kündigungsschutz und haben Anspruch auf die Nachzahlung ihres Lohns, so ihr Anwalt. Beide Männer arbeiten seit Februar wieder. Allerdings nicht mehr bei MGB in Mülheim, sondern bei Salzgitter-Gesellschaften in Remscheid und Hamm. „Die die tägliche Fahrt ist für sie aber ein zusätzlicher finanzieller und zeitlicher Aufwand“, sagt ihr Anwalt, der einen Versuch des Arbeitgebers, sie auf diese Weise loszuwerden, nicht ausschließen will.

Stierlin will erreichen, dass seinen Mandanten die Fahrtkosten erstattet werden. Fahrtkosten seien im Haustarifvertrag allerdings nicht geregelt, berichtet Wolfgang Lorenz, Betriebsratsvorsitzender bei MGB. Stierlin sieht jedenfalls gute Erfolgaussichten in dieser Sache.

Salzgitter wollte „zum jetzt abgeschlossenen Verfahren keine weiteren Statements abgeben.“

 
 

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