Mülheimer Kulturstreit am Raffelberg hält weiter an

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Der Streit zwischen dem Theater an der Ruhr und Hakan Mengils Kulturbar schwelt weiter. Die Sol-Fans hoffen inständig auf eine Lösung in ihrem Sinne.

Mülheim. Die Zukunft der Sol-Kulturbar ist ungewiss; die Querelen mit dem Theater an der Ruhr und der Stadt halten an. Die Redaktion erreichen unterdessen täglich Zuschriften von Mülheimern, die ihren liebgewonnen Treffpunkt unbedingt erhalten wollen.

Ute Möhlig etwa, die für den Speldorfer Bürger- und Kurverein spricht, hofft inständig, dass das Sol unter bewährter Führung bestehen bleibt. Nach langer Zeit sei es einem Betreiber gelungen, „an dem schwierigen Standort“ über fünf Jahre zu bestehen. „Hakan Mengil hat neben einem gastronomischen Angebot ein musikalisches Highlight für Speldorf, Mülheim und umliegende Städte geschaffen.“ Die „außergewöhnliche musikalische Vielfalt“ habe das Sol zum festen Bestandteil des kulturellen Angebotes in der Stadt werden lassen – „und kann zukünftig auch für Studenten der HRW ein attraktives Ziel sein“, so Möhlig. Auch musikalisch-künstlerischem Nachwuchs werde eine Möglichkeit geboten, sich zu präsentieren.

Nebeneinander weitermachen

Ob all dies ein neuer Gastronom werde erhalten können, erscheine fraglich. „Und letztlich: Nahezu jeder gastronomische Betrieb steht und fällt mit dem Frontmann. Ist er ein ,Typ’, spricht dies die Gäste an. Wer will Hakan Mengil insofern ernsthaft in Frage stellen?“

Lothar Reinhard, Fraktionssprecher der Mülheimer Bürgerinitiativen, versteht nicht, „warum Roberto Ciullis Theater und die Kulturbar keinen Kompromiss finden können bzw. wollen und wieso die Stadt anscheinend nur auf einer Seite steht“. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso das Sol nicht neben dem Theater weitermachen können soll. „Die MBI fordern Kulturdezernat und Immoservice auf, an einer baldigen Lösung zu arbeiten und nicht per Ausschreibung das Sol auf kaltem Wege zu erledigen“, so Reinhard, der damit Bezug nimmt auf die Pläne der Stadt, für die Räume am Raffelbergpark eine Ausschreibung durchzuführen, auf die sich Gastronomen mit anderem Konzept bewerben können. Käme es dazu, würde „die Provinzposse dem guten Ruf des Theaters an der Ruhr nachhaltig schaden“.

2000 Unterschriften sind ein Wort

Mehr als 2000 Unterschriften von Fans der Sol-Kulturbar sind gesammelt worden – für Zeitungsleserin M. Schmitz stellt sich die Frage, „ob diese Unterstützer einfach weggewischt werden sollen, damit die Vorstellungen einiger weniger durchgedrückt werden können?“ Die Kulturbar werde gut angenommen. „Soll das geopfert werden, damit Theaterbesucher in unmittelbarer Nähe essen gehen können? Entscheidet jetzt das Theater an der Ruhr, welche Art von Kunst und Kultur erhaltenswert ist?“

Ähnlich äußert sich Heiner Waldmann, Sprecher der Initiative Save My Sol: „Wir sind die Steuerzahler, die das Theater an der Ruhr mit täglich mehr als 6000 € unterstützen. Muss oder darf es nun sein, dass dieses Theater uns die heiß geliebte Sol-Kulturbar wegnehmen darf?“ Bereits vier Mal habe es Restaurants an jener Stelle gegeben, „vier Mal sind sie gescheitert“. Im Raffelbergviertel gebe es ausreichend Gastronomie, darunter das Lokal „Fellini“ ganz in der Nähe.

 
 

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