Mülheimer "GutGlut"-Team ist Deutscher Meister am Grill

Zu Hause in Broich geben Olaf Seidel (li.) und Dirk Bey eine Kostprobe ihres Könnens: Sie nehmen perfekt gegartes Grillgut in die Zange.
Zu Hause in Broich geben Olaf Seidel (li.) und Dirk Bey eine Kostprobe ihres Könnens: Sie nehmen perfekt gegartes Grillgut in die Zange.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Deutsche Meister aus Mülheim gibt es nicht wahnsinnig viele. Dirk Bey und Olaf Seidel gehören dazu. Ihre Mannschaft heißt: GutGlut e.V., ihre Disziplin: Grillen. Zum Team, dessen Hauptquartier in Rösrath liegt, zählen fünf Männer und eine Frau. Vor neun Jahren formierte sich die Truppe und erkämpft seither Titel in Serie. Sogar erste Plätze bei Weltmeisterschaften, etwa in der Sparte „Dessert“, wurden schon errungen. Am 6. Mai setzte sich GutGlut bei der Deutschen Grill- & BBQ Meisterschaft 2012 in Schwäbisch Hall gegen 32 konkurrierende Mannschaften durch.

Profi-Kategorie für die Mülheimer

Man tritt in der Profi-Kategorie an, heißt: Beliebig viele Team-Mitglieder dürfen beruflich im Gastronomie- oder Lebensmittelbereich beschäftigt sein. Für Dirk Bey (40) und Olaf Seidel (43) gilt das allerdings nicht. Als Architekt arbeitet der eine, als Kaufmann der andere. Eine Deutsche Grillmeisterschaft ist kein Spaziergang mit Würstchen und Zange. Das verrät ein Blick auf das Siegermenü, das aus fünf Gängen bestand, die im Stundentakt fertig sein mussten: 1. Bratwurst „RosterRing Genovese“; 2. Spare Ribs, 3. „Lachsfilet La belle Rouge“; 4. „Hohe Rippe sanft und rosa gegrillt“; 5. „Gegrillter Banana-Split“. All das wird etlichen Juroren und Gästen an ordentlich gedeckten Tischen serviert. Pappteller sind verpönt.

Lässt man sich von Dirk Bey beschreiben, wie etwa Rippchen in einer Hülle aus 16 Gewürzen übernachten, dann 13 Stunden garen, schlussendlich eine Stunde in Alufolie und Apfelsaft kochen, damit sie saftig-zart von den Knochen auf den Teller fallen, ahnt man den Aufwand, der hier betrieben wird. Den handgeangelten Lachs ließ man sich aus Schottland liefern.

Nur im Training wird selbst hingelangt

Acht unterschiedliche Grills ließ die Mannschaft glühen, die selber im Turnierstress kaum in den Genuss ihrer Spezialitäten kommt: „Was wir sechs Leute während eines Wettkampfes essen, passt auf einen Teller“, sagt Dirk Bey. Bei anderen Gelegenheiten greifen sie natürlich zu, etwa bei den Trainingseinheiten in der GutGlut-Zentrale in Rösrath: einem privaten Garten, der mit 30 Grills bestückt ist.

Das Hobby verzehrt die gesamte Freizeit der beiden, „auch der Urlaub geht komplett drauf“. Wenigstens flog man in den letzten Jahren regelmäßig in die USA, nach Tennessee, zum „Jack Daniel’s World Championship Barbecue“. Einem Einladungswettkampf für internationale Spitzenteams. So etwas hält bei der Stange, vielmehr: bei der Zange. „Grillen macht auch einfach Spaß“, meint Olaf Seidel, „erst recht, wenn Pokale und Titel dabei rausspringen.“

Sommerfest im Gemeinschaftsgarten

Die beiden leben in einem ausladenden Wohnblock in Broich, mit 27 anderen Parteien unter einem Dach. Mindestens einmal im Jahr kommt die ganze Hausgemeinschaft in den Genuss ihres Könnens. Dann wird nämlich Sommerfest im Gemeinschaftsgarten gefeiert, und wer steht wohl am Grill...?

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