Mülheimer Energiedienstleister Medl gibt Strompreisgarantie

Glühbirnen haben ausgedient. Der Einsatz von Energiesparlampen ist angesichts der hohen Strompreise von Verbraucherberatern dringend empfohlen.
Glühbirnen haben ausgedient. Der Einsatz von Energiesparlampen ist angesichts der hohen Strompreise von Verbraucherberatern dringend empfohlen.
Foto: www.blossey.eu
Der Mülheimer Energiedienstleister Medl ist jetzt mit einer starken Aussage auf den Strommarkt gegangen: Während landauf, landab die Preise zum Teil kräftig steigen, kündigte die Medl an, ihren Strompreis in beiden vorhandenen Tarifen bis Ende Juni 2013 stabil zu halten.

Mülheim. Der Mülheimer Energiedienstleister Medl ist gestern mit einer starken Aussage auf den Strommarkt gegangen: Steigen landauf, landab mit Verweis auf die Erhöhung der EEG-Umlage die Preise zum Teil kräftig, kündigte die Medl an, ihren Strompreis in beiden vorhandenen Tarifen bis Ende Juni 2013 stabil zu halten.

Auch RWE verzichtet (vorerst) auf eine Preiserhöhung. Der ehemalige Monopolist in Mülheim schneidet im Preisvergleich der Anbieter allerdings weit weniger günstig ab als die Medl.

Wie die WAZ am Freitag überregional berichtete, haben zahlreiche Grundversorger im Ruhrgebiet Preiserhöhungen zum 1. Januar angekündigt, um die Erhöhung der EEG-Umlage für die Einspeisung regenerativen Stroms an die Verbraucher weiterzugeben. Wechselunwilligen Kunden der Dortmunder DEW21 droht da etwa eine Preisexplosion um mehr als 15 %.

Enorme Preisspanne

Für Mülheim hat Grundversorger RWE keine Preiserhöhung zum Januar angekündigt, eine Preisgarantie für die Zeit ab Februar gibt es aber auch nicht. Die Medl hat sich dagegen festgelegt: Die aktuellen Strompreise für Kunden in den Tarifen „medlstrompur“ und „Doppelwatt“ (Kombiprodukt Gas und Strom) bleiben bis Ende Juni 2013 garantiert. Den Kombi-Tarif für Gas und Strom einmal ausgespart, kann sich die Medl mit ihrem Tarif „medlstrompur“ mit der Preisgarantie im Vergleich mit anderen Anbietern am Mülheimer Markt sehen lassen.

Für einen Mehrpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh hat die WAZ mit Hilfe des Verbraucherportals Veri­vox.de einen Preisvergleich angestellt. Bei diesem blieben Angebote mit Vorauskasse und Kaution unberücksichtigt, weil Verbraucherzentralen solche Tarife kritisch sehen. Außerdem wurden einmalige Bonuszahlungen ausgespart. Der Vergleichsrechner offenbarte, dass 103 verschiedene Anbieter die besagte Strommenge in Mülheim in einer Preisspanne von 813 bis 1069,20 Euro verkaufen.

Medl unter den Top 25

Mit einem Preis von 875 Euro lag die Medl dabei unter den Top 25. Das Mülheimer Unternehmen punktet allerdings zusätzlich im Vergleich zu anderen, etwa durch die besagte uneingeschränkte Preisgarantie, eine kurze Vertragslaufzeit (ein Monat) und einen einmaligen Bonus von 20 Euro.

Platzhirsch RWE, dem noch viele Mülheimer die Treue halten, landet mit seinem preisgünstigsten Angebot („SmartLine Strom“) im besagten Vergleich nur auf Platz 77 (960,87 Euro). Mit seinem Grundversorger-Tarif „Klassik Strom“ (1009,12 Euro), der laut RWE-Sprecher am weitesten verbreitet ist, liegt der Energiekonzern gar noch einiges weiter unten in der Preistabelle.

Wirrwarr an Tarifen

Die Liberalisierung am Strommarkt hat ein Wirrwarr an Tarifen und Vertragsbedingungen produziert, die es genauestens zu prüfen gilt. Nicht immer ist auch der aktuell preisgünstigste Anbieter der Beste für die individuellen Ansprüche der Verbraucher.

Einige Besonderheiten sind zu ­beachten. Beispiel Stadtwerke Speyer: Sie bieten im Moment zwar den günstigsten Preis, machen aber eine Vertragslaufzeit von einem Jahr zur Bedingung. Da gleichzeitig keine Garantie auf stabile Preise gegeben wird, kann ein Verbraucher überrascht werden mit einer Preiserhöhung.

Wichtig und etwa vom Verbraucherportal Verivox.de auch ausgewiesen ist zudem, ob in einem Tarif bereits die Erhöhung der EEG-Umlage zum 1. Januar eingepreist ist. ­Ferner sollten Verbraucher vor ­Vertragsabschluss Kündigungsfristen im Augen halten und Bedingungen zu Bonuszahlungen. Bei einer Preisgarantie ist zu schauen, ob sie für alle Preisbestandteile gilt oder nur für einzelne. Wer unsicher ist in der Bewertung der Angebote, kann sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen.

 
 

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