Mülheimer Alte Dreherei erhält 50.000 Euro für die Sanierung

Schauten sich den Stand der Sanierung an: Bodo Kemper (West-Lotto, 2.v.l.), Dr. Dietrich Mertin (DSD, 3.vl.), Architekt Rainer Dittrich (l.) un vom Trägerverein Prof. Hans Ahlbrecht, Kurt Leyk, Heinz Brückner und Martin Menke.
Schauten sich den Stand der Sanierung an: Bodo Kemper (West-Lotto, 2.v.l.), Dr. Dietrich Mertin (DSD, 3.vl.), Architekt Rainer Dittrich (l.) un vom Trägerverein Prof. Hans Ahlbrecht, Kurt Leyk, Heinz Brückner und Martin Menke.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA
Die Summe klingt stattlich: Einen Fördervertrag in Höhe von 50.000 € gewährte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dem Trägerverein „Haus der Vereine“ für die Sanierung der Alten Dreherei.

Mülheim.. Dr. Dietrich Mertin vom Essener Ortskuratorium überreichte ihn gestern im Beisein von Bodo Kemper von West-Lotto. Deren Rentenlotterie ist Destinär der privaten Stiftung, die das Mülheimer Projekt zum dritten Mal fördert. Doch 50.000 € sind schnell verbaut.

Sie sagen nicht Nein – aber eben auch nicht Ja. Auf die Frage, ob sie die ehrenamtliche Sanierung der Jugendstilhalle mit all der inzwischen gesammelten Erfahrung nochmals angehen würden, gibt es keine direkte Antwort. Vielmehr zählen die Vorstandsmitglieder des Trägervereins Schwierigkeiten auf, mit denen sie immer wieder zu kämpfen haben.

Da ist etwa der Brandschutz. Denn die Alte Dreherei gilt als Versammlungsstätte und bräuchte laut Architekt Rainer Dittrich eine Sprinkleranlage: „Aber das können wir nicht bezahlen.“ Und da ist die Barrierefreiheit: Die ist für die obere Etage nicht gegeben – und war ursprünglich auch nie geplant. „Eine erteilte Baugenehmigung wurde deshalb zurückgezogen“, berichtet Vorstandsmitglied Martin Menke. Ein Aufzug muss nun eingebaut werden, der zur eingezogenen Zwischenetage führt, die die Vereine nutzen wollen, aber bisher nicht dürfen. Davon, dass solche Kosten auf den Verein zukommen könnten, sagt Menke, „war nie die Rede“. Stattdessen habe man öffentlich über 200 € Müllgebühren diskutiert, die in der Kalkulation des Vereins fehlten.

Nur das Nötigste wird an Fachfirmen vergeben

Zwei Mio. € hat Architekt Dittrich „für die Sanierung der Hülle“ kalkuliert – „ohne Luxus“. Bisher, sagt Martin Menke, „liegen wir im Kostenrahmen“. Was am ehrenamtlichen Engagement liegt: Nur das Nötigste wird an Fachfirmen vergeben. Auch Sachspenden helfen. Wie alte Fenster, die gespendet wurden und deren Glas – in Stücke geschnitten – für die Sanierung der historischen Fenster genutzt wird. Aktuell werden Dachglasscheiben ausgetauscht. Dafür sind auch die Mittel der DSD bestimmt, die nur für die Sanierung, aber nicht für bereits anfallende laufende Kosten genutzt werden dürfen. Zudem werden die Gusssäulen mit Brandschutzfarbe gestrichen – in der Hoffnung auf kostengünstigen, genehmigungsfähigen Brandschutz. Ziel ist, den vorderen Teil der Halle im Winter nutzen zu dürfen. Den Rest will man laut Menke „im nächsten Jahr nutzbar kriegen“.

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