Mülheim wird bei Akademie mit drei Bewerbungen vorstellig

Die „Akademie am Fluss“: Diesen Entwurf für eine Sparkassen-Akademie am Ruhrufer hat das Düsseldorfer Architektenbüro RKW (Rhode, Kellermann, Wawrowsky)
Die „Akademie am Fluss“: Diesen Entwurf für eine Sparkassen-Akademie am Ruhrufer hat das Düsseldorfer Architektenbüro RKW (Rhode, Kellermann, Wawrowsky)
Foto: RKW
Mülheim wird bei der Sparkassen-Akademie mit drei Bewerbungen vorstellig. Am Donnerstag veröffentlichte nun die Stadt ihre Entwürfe für das VHS-Gelände und das Ruhrbania-Baufeld 4 (plus Areal altes Arbeitsamt). Nach dem Zoff um Peter Vermeulens Mail gab sich die Stadt aber zugeknöpft.

Die bereits am Mittwoch angekündigte öffentliche Verlautbarung der Stadt zu ihren Bewerbungen um den Standort der Sparkassen-Akademie NRW fiel gestern dann doch auffallend überschaubar aus. Zwei Entwurfsbilder, je eins pro Standort, Angaben zu Grundstücksgrößen und Bruttogeschossflächen und die Versicherung, dass die Investoren MWB und Imoba auch bereit seien, in einem zweiten Schritt Hotel- neben die Akademiebauten zu setzen – viel mehr verriet die Stadt nicht zu ihren Wettbewerbsbeiträgen, die in Konkurrenz zur Kaufhof-Bewerbung stehen.

Die Stadt hält sich nach dem Theater, das die Pro-Kaufhof-Initiative ausgerechnet ihres eigenen Bau- und Planungsdezernenten Peter Vermeulen inszeniert hat (wir berichteten), mit weitreichenden Informationen zu ihren Ideenskizzen zurück. Viele Allgemeinplätze finden sich in ihrer zweiseitigen Pressemitteilung, Detailnachfragen: nahezu zwecklos. Fest steht: Die Stadt bewirbt sich mit ihren Kooperationspartnern Mülheimer Wohnungsbau und Imoba einerseits mit dem Ruhrbania-Baufeld 4 an der Konrad-Adenauer-Brücke plus dem Areal des ehemaligen Arbeitsamtes von Baufeld 3 (ca. 5300 m2), andererseits mit dem gut 7200 m2 großen Grundstück der VHS.

Zwei Architekturbüros arbeiteten für Stadt & Co.

Für das Ruhrufer hat die Stadt abermals das Düsseldorfer Architekturbüro RKW engagiert, das seinerzeit auch den städtebaulichen Wettbewerb für Ruhrbania gewonnen und die Sanierung des Historischen Rathauses begleitet hat. RKW hat einen zur Konrad-Adenauer-Brücke geschlossenen, mit Sicht zur Ruhr gerichteten Gebäuderiegel für die Sparkassen-Akademie entworfen. Er soll dem Bildungsinstitut der Sparkasse 14 733 m2 Bruttogeschossfläche bieten.

Am VHS-Standort durfte sich das Mülheimer Büro Hütténes kreativ auslassen, das zuletzt mit seinen Plänen für das geplante B&B-Hotel am Tourainer Ring, Ecke Zunftmeisterstraße, in der öffentlichen Wahrnehmung war. Der nun präsentierte Entwurf für die Akademie am VHS-Standort bringt wenig Aufschluss zur architektonischen Idee, er zeigt zwei schlicht gehaltene Gebäude-Kuben, die 12 241 m2 Bruttogeschossfläche hergeben sollen.

Dem Vernehmen nach soll die Stadt für diese beiden Bewerbungen mit rund 50 000 Euro in Vorleistung gegangen sein, die im Erfolgsfall einer der Bewerbungen, aber nur dann, von den Investoren paritätisch mitgetragen werden. Stadtsprecher Volker Wiebels wollte jene Zahl nicht bestätigen, sagte aber, dass getätigte Ausgaben auch bei einer vergeblichen Bewerbung nicht vergebens seien, weil die Grundstücke ohnehin zeitnah zu entwickeln seien. Geld sei nicht nur in die Architekturentwürfe, sondern etwa auch in Baugrunduntersuchungen gesteckt worden.

Viele reißen sich um die Akademie

Mülheim ist mit drei Angeboten im Rennen. Essen bewirbt sich mit seinem alten VHS-Standort. Auch aus Oberhausen, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Dortmund und Hagen sind Bewerbungen bekannt. Mülheims Konkurrenz im Rennen um die Ansiedlung der Sparkassen-Akademie ist groß.

„Wir hatten gut 100 Anfragen, die um die Zusendung der Ausschreibungsunterlagen gebeten haben“, resümierte am Donnerstag Christoph Ellermann vom Stadtplanungs- und Architektenbüro Pfeiffer – Ellermann – Preckel, das das Ausschreibungsverfahren im Auftrag der Sparkassen-Akademie begleitet. Ellermann schätzte, dass zum Fristende aus einem Drittel der 100 Anfragen tatsächlich auch eine Bewerbung geworden sein wird.

16 Kriterien waren zu erfüllen

Ellermanns Büro wird die Bewerbungen in den kommenden zwei Monaten sichten und nach einem Katalog mit 16 gewichteten Kriterien bewerten. Dazu zählen allgemeine Standortfaktoren ebenso wie die Anziehungskraft/Attraktivität des Akademie-Standortes im Speziellen. Ein Hotelangebot ist gefordert, eine gute Erreichbarkeit innerhalb NRWs und vor Ort (ÖPNV und „mindestens Intercity“), ausreichend Parkplätze, Potenzial für bauliche Erweiterungen. . . Auch Raumprogramm, Architektur, Mietpreis und anderes spielen eine Rolle.

Ellermanns Büro wird eine Rangliste erstellen und die topplatzierten Bewerbungen an die Gremien der Sparkassen-Akademie weiterreichen. Dort wird die Entscheidung fallen. Laut Ellermann sollen die letzten Würfel im November fallen. Sie werden zeigen, wohin die Akademie geht.

 
 

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