Mülheim startet neuen Wettbewerb für City-Gestaltung

Ob die Leineweberstraße geöffnet wird für den Verkehr von Ost nach West, wird im Wettbewerb zunächst offen bleiben. Die Planerbüros sollen Gestaltungskonzepte sowohl für den Ein- als auch den Zweirichtungsverkehr
Ob die Leineweberstraße geöffnet wird für den Verkehr von Ost nach West, wird im Wettbewerb zunächst offen bleiben. Die Planerbüros sollen Gestaltungskonzepte sowohl für den Ein- als auch den Zweirichtungsverkehr
Foto: FUNKE Foto Services
Leineweberstraße, Kaiserplatz und der Übergang zur Altstadst werden Thema von externen Planerbüros. Die Politik gab grünes Licht für einen 65.000 Euro teuren Wettbewerb.

Mülheim. Zig Jahre schon haben Stadtpolitik und -verwaltung – mal mit weniger, mal mit mehr Schärfe – über die Zukunft der Leineweberstraße debattiert. Das drängende Projekt der Innenstadtentwicklung geriet immer wieder auf die lange Bank. Jetzt soll externer Sachverstand der Sache Rückenwind geben. In einem für 65 000 Euro Landesförderung veranschlagten städtebaulichen Wettbewerb sollen Freiraumplaner Konzepte für die Leineweberstraße, aber auch für das angrenzende Umfeld am Kaiserplatz sowie für Bachstraße und Siegfried-Reda-Platz als Altstadt-Entree entwerfen.

Die Planungspolitik segnete einen entsprechenden Vorschlag der Verwaltung am Dienstag mit Stimmen der SPD, CDU und FDP ab. MBI, Grüne und Linke stimmten dagegen.

Bis Jahresende sollen Gestaltungsentwürfe vorliegen

Maximal zehn Arbeitsgemeinschaften (mit mindestens einem Verkehrsplaner) sollen sich am Wettbewerb beteiligen können. Drei Gemeinschaften hat die Stadt bereits ausgewählt: das Duo Greenbox Landschaftsarchitekten und „Runger + Küchler“, die Förder Landschaftsarchitekten mit ihrem Partner Durth Roos Consulting sowie die Stefan Bernard Landschaftsarchitekten mit dem Ingenieurbüro IVAS. Bis Jahresende sollen die Wettbewerbsteilnehmer eine konkrete Planung erarbeitet haben, mit der sich Mülheim um Städtebauförderung für eine Umgestaltung von Leineweber- und Bachstraße sowie Kaiserplatz im Jahr 2017 bewerben kann.

Den Wettbewerbsteilnehmern macht die Stadt Vorgaben. Zentral sollen dabei gestalterische Lösungen zum Ein- beziehungsweise Zweirichtungsverkehr auf der Leineweberstraße sein. Für beide Varianten sollen die Wettbewerbsteilnehmer mit Kostenschätzung belegte Konzepte darstellen – und bewerten. Die Gestaltung soll mit Ruhrpromenade und neu gestaltetem Rathausmarkt im Einklang sein. Die Planer haben in mancherlei Hinsicht keine freie Hand: Die Straßenbahn-Trasse soll wegen der Fördermittelbindung ausschließlich dem ÖPNV vorbehalten bleiben, die Zahl der Parkplätze im Bereich Kohlenkamp/Bachstraße muss gehalten werden und die Leineweberstraße darf ihren Allee-Charakter (Eintrag im Allee-Kataster NRW) nicht einbüßen.

Den Planern verlangt die Stadt ab, in zwei Zeitrechnungen zu denken. So sollen sie einerseits besagtes Zukunftsbild des Stadtraums entwerfen, andererseits aber auch darstellen, was davon 2017 in einem ersten Schritt überhaupt verwirklicht werden kann. Denn hierfür ist das Budget im „Integrierten Innenstadtkonzept“ auf knapp 1,14 Millionen Euro begrenzt.

MBI und Grüne kritisieren Auslobung des Wettbewerbs

Die Wettbewerbs-Auslobung zur Gestaltung von Leineweberstraße, Kaiserplatz und Altstadt-Entree erntete im Planungsausschuss Kritik von MBI und Grünen.

„Es wäre sinnvoller, die Verwaltung würde die unzähligen Vorschläge aus Bürgerschaft, Politik usw. nur aus den letzten Jahren mal zusammenstellen, damit entschieden werden kann, was nicht weiterverfolgt werden soll und was Realisierungschancen hat“, hatte MBI-Fraktionschef Lothar Reinhard schon vorab erklärt. Auch Grünen-Ratsfrau Brigitte Erd stellte für ihre Fraktion klar, dass es aus diesem Grund „keine Notwendigkeit für einen Wettbewerb gibt“.

Felix Blasch vom Planungsamt konterte: Die Verwaltung habe „sicher nicht die Kapazität, fünf, sechs, sieben Varianten zu erarbeiten. Der Wettbewerb kann solch ein breites Spektrum abbilden“. Die Wettbewerbsteilnehmer würden mit allen relevanten Daten und vorliegenden Ideen ausgestattet.

Claus Schindler (SPD) und Ursula Schröder (CDU) begrüßten das Verfahren – wenngleich Schröder sich gewünscht hätte, dass auch die Tunnelöffnung am Kurt-Schumacher-Platz für den Zweirichtungsverkehr Thema des Wettbewerbs geworden wäre. Ist sie aber nicht.

 
 

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