Mülheim

Mülheim: Schwere Vorwürfe gegen Polizisten – sie sollen völlig ausgerastet sein

Die Betreiber des Autonomen Zentrums (AZ) in Mülheim erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. (Symbolbild)
Die Betreiber des Autonomen Zentrums (AZ) in Mülheim erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. (Symbolbild)
Foto: dpa / imago images / foto2press

Mülheim. Es sind schwere Vorwürfe, die das „Autonome Zentrum“ (AZ) in Mülheim gegen die Polizei erhebt. In einer Mitteilung ist die Rede von Misshandlungen, rechten Äußerung und sexistischem Verhalten von Beamten gegenüber Mitarbeitern des Jugendkulturzentrums. Die Polizei nennt die Anschuldigungen „an den Haaren herbeigezogen“.

Doch der Reihe nach.

Mülheim: Autonomes Zentrum mit schweren Vorwürfen gegen die Polizei

Am frühen Samstagmorgen ruft ein 35-jähriger Besucher die Polizei. AZ-Mitarbeiter hatten ihn aus dem Gebäude geschmissen, nachdem der Besucher gepöbelt hatte. Er sei mit Pfefferspray attackiert worden, berichtet der 35-Jährige den Beamten. Im Eingangsbereich halten sich beim Eintreffen eines Streifenwagens drei Personen auf. Einer zeigt den Beamten bereitwillig seinen Ausweis. Zwei weitere Mitarbeiter, eine 22-Jährige und ein 39-Jähriger, weigern sich, ihre Personalien vorzuzeigen.

Das AZ meint hingegen, dass alle Anwesenden ihre Personalien vorzeigen sollten. „Als diese unverhältnismäßige Maßnahme hinterfragt wurde, eskalierte die Polizei die Situation unmittelbar“, heißt es in der Mitteilung.

AZ-Mitarbeiter soll Polizisten angegriffen, bespuckt und beleidigt haben

Polizeisprecher Christopher Wickhorst stellt die Situation anders dar: „Wenn man Personalien nicht angibt, ist eine körperliche Durchsuchungen legitim.“ Darauf hätte sich der 39-Jährige gewehrt. „Die Kollegen bringen ihn zu Boden und fesseln ihn“, erklärt Wickhorst.

Auch später habe er sich gewehrt und einem Beamten einen Kopfstoß verpasst. Im Streifenwagen soll er die Einsatzkräfte bespuckt und beleidigt haben. Das AZ meint allerdings, der 39-Jährige sei bedroht worden und die Polizisten hätten versucht, ihn „durch rechte Äußerung zu provozieren“.

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Musste sich die 22-Jährige vor männlichen Polizisten entkleiden?

Ein dritter Polizist folgt hingegen der Frau, die ins Jugendkulturzentrum flüchtet. Dort wird er geschubst und zieht sich zurück, um auf Verstärkung zu warten. Gemeinsam mit der Verstärkung nimmt er die Frau in Gewahrsam. Auch hier driften die Beschreibungen beider Parteien weit auseinander.

Laut AZ sagten die Polizisten: „Die Perle packen wir auch noch ein“, und hätten sie dann mitgenommen. Auf der Wache sei sie dann den „sexistischen Praktiken der Polizei ausgeliefert“ gewesen. Sie hätte sich bei offener Zellentür - auch vor den Augen männlicher Polizisten - entkleiden müssen.

„Zwei Polizistinnen haben die Frau in Gewahrsam gebracht“, berichtet allerdings Polizeisprecher Wickhorst, Männer seien nicht anwesend gewesen. Dafür sei es durchaus üblich, dass die Inhaftierten ihre Kleidung ablegen müssen, so dass eine Selbstverletzung ausgeschlossen werden kann.

„Rechte Gesinnungen innerhalb der Polizei“

„Ich verurteile die Polizeigewalt gegen unsere Mitarbeiter*innen aufs Schärfste und fordere dienstrechtliche Konsequenzen für die gewalttätigen Beamt*innen“, so der Vorsitzende des AZ-Trägervereins Stefan Gassner. Das AZ begreife den „unverhältnismäßigen Polizeieinsatz“ als „gezielte Schikane gegen ein linkes Jugendkulturprojekt.“ Durch den Vorfall werde die offenen „rechten Gesinnungen innerhalb der Polizei“ deutlich.

Polizei weist Anschuldigungen zurück

Wickhorst weist die Anschuldigung, dass die Polizei rassistisch und demokratiefeindlich sei, zurück. Vielmehr zeige eine Anfeindung gegen die Polizei im Eingangsbereich des Jugendzentrums, welche Gesinnung die Betreiber teilen.

 
 

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