Mülheim

Gruppenvergewaltigung in Mülheim: Familie von Hauptverdächtigem könnte doch abgeschoben werden

Im Fall der Gruppenvergewaltigung in Mülheim könnte der Familie des Hauptverdächtigen nun doch die Abschiebung drohen
Im Fall der Gruppenvergewaltigung in Mülheim könnte der Familie des Hauptverdächtigen nun doch die Abschiebung drohen
Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Mülheim. Der Fall um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung im Juli in Mülheim könnte nun eine neue Wendung nehmen. Denn jetzt droht der Familie des hauptverdächtigen 14-Jährigen doch noch die Abschiebung nach Bulgarien.

Bisher sah es danach aus, als wäre eine Abschiebung der Familie aus Mülheim nicht möglich. Nun haben neue Erkenntnisse jedoch hervorgebracht, dass eine Abschiebung möglich wäre.

Mülheim: Nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung droht nun doch Abschiebung

Möglich ist dies durch das geltende EU-Recht. Demnach müssen EU-Bürger, die sich in einem Land der EU aufhalten, nach fünf Jahren nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt mit dem eigenen Einkommen, ohne zusätzliche Sozialleistungen, bestreiten können.

Im Juli wurde geprüft, ob eine Abschiebung unter den genannten Gesichtspunkten möglich wäre. Vier Familien der Verdächtigen kamen der Aufforderung nach: Drei konnten ein Einkommen nachweisen, der vierte lebe nicht bei seinen Eltern, sondern bei Verwandten.

Familienvater vom Hauptverdächtigen gab zunächst keinen Arbeitsnachweis an

Nur bei der Familie des Hauptverdächtigen gab es Probleme. Der Vater wollte keinen Arbeitsnachweis, wie einen Arbeitsvertrag oder Gehaltsüberweisungen, nachweisen.

Nachdem die Stadt eine direkte Anfrage herausgeschickt hatte, legte er einen Tag später einen frisch unterschriebenen Arbeitsvertrag in einem Grill-Imbiss an der Eppinghofer Straße vor.

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Arbeitsvertrag war gefälscht

Die Verantwortlichen nahmen den Vertrag zunächst hin, hatten jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit. Nach etwa einem Monat wollten sie das angegebene Arbeitsverhältnis überprüfen.

Eine Nachfrage bei dem Imbiss-Besitzer ergab: Er kennt den Mann gar nicht. Der Arbeitsvertrag war offensichtlich gefälscht. Die Stadt hat nun eine Einladung zur Anhörung an die Familie geschickt.

Anhörungsfrist noch bis Ende der Woche

Bis Ende der Woche hat der Familienvater noch Zeit, zu erklären, was es mit dem Arbeitsvertrag auf sich hat. Hält er die Frist nicht ein, wird die Stadt die Familie auffordern Deutschland zu verlassen.

Kommen sie der Aufforderung nicht nach, droht ihnen die Abschiebung. (db)

 
 

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