Mülheim

Mülheim: Mann wirft Hund von Schlossbrücke – Muss er doch nicht ins Gefängnis?

Ein 58-jähriger Mann (links, neben seinem Anwalt Ludger Aretz) muss sich vor dem Amtsgericht verantworten, weil er die Hündin eines Freundes von der Schlossbrücke geworfen hat.
Ein 58-jähriger Mann (links, neben seinem Anwalt Ludger Aretz) muss sich vor dem Amtsgericht verantworten, weil er die Hündin eines Freundes von der Schlossbrücke geworfen hat.
Foto: Mara Tröger / Funke Foto Services

Mülheim. In dem Prozess um den Mann, der einen Hund in die Ruhr geworfen hat, gibt es nun eine Wende. Das Urteil fiel bereits Ende November, allerdings akzeptiert der Beschuldigte dieses nicht. Er legte jetzt Berufung ein.

Vor rund elf Monaten kam es zu einem brutalen Fall von Tierquälerei in Mülheim. Am 29. Dezember 2018 warf ein Mann (58) die Hündin seines Freundes über das Geländer der Mülheimer Schlossbrücke in die Ruhr. Der Hund starb.

Mülheim: Mann warf Hündin von Brücke – so entschied das Amtsgericht

Zwei Zeuginnen hatten die Tat beobachtet und anschließend die Rettungskräfte verständigt. Doch die Feuerwehr Mülheim konnte das Tier nur noch tot aus dem Fluss bergen.

Ende November wurde der Fall vor dem Amtsgericht Mülheim verhandelt. Dem Angeklagten wurde ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (Tötung eines Wirbeltieres ohne einen vernünftigen Grund) in Tateinheit mit Sachbeschädigung vorgeworfen.

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Schließlich wurde der 58-jährige Mann für schuldig befunden. Das Urteil: Eine sechsmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Dies bestätigte Susanne Galonska-Bracun, Direktorin und Pressesprecherin des Amtsgerichts Mülheim, gegenüber DER WESTEN.

Als Tatmotiv gab der 58-Jährige bisher an, aus Mitleid gehandelt zu haben. Die Hündin sei todkrank gewesen, habe schreckliche Schmerzen gehabt – er habe sie nur von ihrem Leid erlösen wollen.

Beschuldigter geht in Berufung - Andere Strafe möglich

Der Mann will aber nicht ins Gefängnis. Deshalb hat er nun Berufung gegen das Urteil eingelegt. Darüber berichtet die WAZ. In zweiter Instanz soll das Landgericht klären, ob die sechsmonatige Freiheitsstrafe doch auf Bewährung ausgesetzt wird.

Allerdings sind dem Hundewerfer schon wegen versuchter leichtfertiger Geldwäsche fünf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung verhängt worden. Im Juni 2020 endet diese Bewährungsstrafe. Das bedeutet, dass der Mann bis dahin nicht erneut straffällig werden durfte.

Durch die Tötung des Tieres könnten dem Beschuldigten durch die erneute Straftat also sogar elf Monate drohen, weil jetzt beide Strafen ohne Bewährung ausgesetzt werden können. Das hänge jedoch von einer guten Sozialprognose ab, sagt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Sein Vorstrafenregister ist lang

Zudem ist bekanntgeworden, dass der Mann schon mehrere Male vorbestraft ist. Nur eine Woche bevor der Mann den Hund im Dezember 2018 in die Ruhr warf, hatte die Bewährungsfrist für eine Strafe wegen Betrugs geendet.

Insgesamt gehen 18 Voreintragungen - vor allem wegen Vermögensdelikten als auch wegen Schwarzfahrens - auf die Kappe des 58-Jährigen.

Die komplette Geschichte der WAZ liest du hier.

 
 

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