Mülheim

Mülheim: Mann entdeckt merkwürdige Plastikfolie an Bäumen – das steckt dahinter

Was hat es mit diesen Baumpflastern in Mülheim auf sich?
Was hat es mit diesen Baumpflastern in Mülheim auf sich?
Foto: Daniel Zschocke

Mülheim. Vielleicht hast du auch in Mülheim schon Bäume gesehen, die in schwarze Folie eingewickelt sind. „Baumwundpflaster“ steht darauf, darunter die Aufforderung „Bitte nicht zerstören“. Doch was hat es damit auf sich?

Das hat sich auch Daniel Zschocke aus Mülheim gefragt und ein Bild von einem Baum mit Pflaster bei Facebook gepostet. „Interessant, habe ich vorher noch nie gesehen“, schreibt er zu dem Bild.

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Aber auch die Facebook-Community weiß nicht so recht weiter. „Sie schützt vor dem Austrocknen, vor den UV Strahlen“, vermutet eine Frau. Eine andere schreibt: „Damit die Sonne keinen Sonnenbrand in der Wunde verursacht und keine Schädlinge eindringen können, bis der Baum die Wunde selber wieder verheilt hat“.

Aber was stimmt denn jetzt? Daniel selbst vermutet: „Ich dachte, es wäre, weil vor ein paar Wochen ein Auto vor den Baum gefahren ist und die Rinde beschädigt hat.“

Und mit seiner Vermutung liegt der Mülheimer ganz richtig.

Pflaster für beschädigte Bäume

„Diese Pflaster werden an den Stellen angebracht, an denen ein Baum beschädigt ist. Das kann zum Beispiel durch einen Autounfall passieren“, erklärt Volker Wiebels, Pressesprecher der Stadt Mülheim.

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Und tatsächlich gab es an dieser Stelle vor einigen Wochen einen Unfall. „Ein Auto ist mit überhöhter Geschwindigkeit vor den Baum gefahren“, erinnert sich Daniel. Der Baum hielt Stand, aber viel Rinde platzte ab.

Pflaster hilft bei der Wundheilung

Die Stadt klebte anschließend ein Pflaster auf den Baum. Denn unter der Folie kann der Baum ganz in Ruhe eine neue Rinde bilden.

Meistens gibt es nämlich noch lebende Zellen auf der verwundeten Fläche. Die betreiben, geschützt von dem Pflaster, weiter Zellteilung und so entsteht auf der gesamten Fläche neues Gewebe.

Schädlinge kommen nicht unter die Folie

Die Folie verhindert, dass während dieses Prozesses Schädlinge unter die Rinde gelangen, und dient als Gerinnungsschutz – fast wie bei einem Menschen.

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Die Pflaster bleiben dann so lange an de Bäumen, bis die Wunde abgeheilt ist. „Das ist davon abhängig, wie groß die Wunde ist“, sagt Wiebels. Derzeit gebe es sechs bis acht betroffene Bäume in Mülheim. (vh)

 
 

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