Mülheim

Mülheim: Junge (10) verliert seine Familie bei Busunglück – „Wo ist Mama?“

Eine Familie aus Mülheim verlor bei einem Bus-Unfall auf Sri Lanka vier Angehörige.
Eine Familie aus Mülheim verlor bei einem Bus-Unfall auf Sri Lanka vier Angehörige.
Foto: privat/Funke Foto Service Montage: DER WESTEN

Mülheim. „Wo ist Mama?“, fragt der zehnjährige Gabirnath S. aus Mülheim seinen Papa. Nur schwer wird diesem die Antwort über die Lippen gekommen sein: Denn seine Mama wird der kleine Gabirnath nie wiedersehen.

Genauso wie seinen großen Bruder Sminath (11), seine Tante und seine Oma. Sie kamen alle bei dem schlimmen Busunglück in Sri Lanka ums Leben (DER WESTEN berichtete).

Familie aus Mülheim verliert bei schrecklichem Busunfall vier Angehörige

Mit dem Bus wollte die Familie aus Mülheim vom Flughafen in Colombo (Sri Lanka) in Richtung Norden fahren, um Verwandte zu besuchen. Doch dort kamen sie nie an. Der Bus stieß auf der „Autobahn 9“ frontal mit einem Gemüselaster, der von seiner Fahrbahn abgekommen war, zusammen.

Gabirnath und sein Vater überlebten das Unglück – wie durch ein Wunder – unverletzt. Sie saßen auf der anderen Seite des Busses. Diese wurde kaum beschädigt.

Autobahn 9 in Sri Lanka sei „reine Katastrophe“

„Die Verkehrslage ist eine reine Katastrophe. Unfälle passieren dort tagtäglich“, sagt Sagevan Pathmanathan, Gabirnaths Cousin, im Gespräch mit DER WESTEN. Die A9 von der Hauptstadt Colombo in den Norden der Insel sei in beide Richtungen einspurig und verdiene die Bezeichnung „Autobahn“ überhaupt nicht.

130 km/h seien dort erlaubt, es gebe keine Mittelleitplanke, keine Sicherheit – die Verkehrsregeln würden ohnehin kaum bis gar nicht eingehalten werden.

A9 führt in den Norden

Die Schuld an den katastrophalen Verhältnissen und damit auch an dem schlimmen Busunglück gibt Pathmanathan niemand geringerem als der Regierung Sri Lankas.

Denn die schlimmen und lebensgefährlichen Verhältnisse auf der A9 seien der Tatsache geschuldet, dass die Autobahn von der Hauptstadt Colombo in die Provinzen führe, die hauptsächlich von Tamilen bewohnt seien. Der Bevölkerungsgruppe, der auch Gabirnath und seine Familie angehört. Und die trotz Ende des Bürgerkrieges 2009 immer noch diskriminiert werde von der Regierung, so Pathmanathan.

„Der Bürgerkrieg ist zwar vorbei, aber auf diese Weise führen sie noch immer Krieg gegen uns“, sagt Pathmanathan.

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Zehnjähriger ist nach dem Unglück traumatisiert

Er wolle nun gemeinsam mit anderen ausgewanderten Tamilen auf die Verhältnisse in Sri Lanka aufmerksam machen. Das bringe seine Familie zwar nicht zurück. „Wir wollen aber dafür kämpfen, dass sich solche Unglücke nicht wiederholen“, sagt der Mülheimer, der den Tod seiner Verwandten betrauert.

Dass sein großer Bruder nicht zurückkehren werde, habe sein Cousin, der zehnjährige Gabirnath, mittlerweile verstanden.

Den Verlust der Mutter beginnt der traumatisierte Junge nur langsam zu begreifen. „Sein Vater erklärt ihm, die Mutter sei jetzt mit seinem Bruder zusammen“, berichtet Pathmanathan. (vh)

 
 

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