Mülheim

Mülheim: Frau geht durch die Stadt und ist bestürzt – „Essen sogar Erbrochenes“

Mülheim: Ein Spaziergang durch die Innenstadt lässt eine Frau fassungslos zurück. (Symbolbild)
Mülheim: Ein Spaziergang durch die Innenstadt lässt eine Frau fassungslos zurück. (Symbolbild)
Foto: Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim. Bella Sahin aus Mülheim ist entsetzt. Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt hat sie kürzlich eine traurige Szene mitangesehen.

Das sei kein Einzelfall, sagt die Frau aus Mülheim. Sie erkennt ein wiederkehrendes Muster und sucht jetzt nach Antworten auf ihre Fragen.

Mülheim: Frau geht hart mit Innenstadt ins Gericht – „Katastrophaler Zustand“

Die Rede ist von einer Rassetaube, die Bella Sahin zusammengekauert vor einem Café in Mülheim aufgelesen hat. Sie nimmt den verletzten Vogel mit in die Tierklinik.

„Laut der Klinik wurde sie getreten“, berichtet sie. Das Bein der Taube sei für immer versteift, weil der Knochen gesplittert sei. „Dieses Tier befindet sich in einem katastrophalen Zustand“, so Bella Sahin, die an diesem Tag noch sieben weitere Tauben einsammelt.

Tragische Schicksale in Mülheim: „Essen sogar Erbrochenes“

Die Ehrenamtliche aus der Stadtvogelhilfe Gelsenkirchen bittet deshalb in einer lokalen Facebook-Gruppe um Hilfe. Sie fragt, ob jemandem ein Züchter bekannt sei, der für die zurückgelassenen verletzten Tiere verantwortlich sein könnte.

Denn die Rassetauben seien nicht für das Leben in der Wildnis gemacht.

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Einige Fakten über die Stadt Mülheim an der Ruhr:

  • wurde 1093 erstmals urkundlich erwähnt, 1808 wurden die Stadtrechte verliehen
  • liegt zwischen Duisburg, Essen und Düsseldorf
  • hat 170.632 Einwohner (Stand: Dezember 2019), besteht aus neun Stadtteilen in drei Stadtbezirken
  • Oberbürgermeister ist Marc Buchholz (CDU)

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Grundsätzlich seien die Stadttauben in Mülheim häufig in desolatem Zustand: „Diese Tiere leiden, sie hungern, finden nur Müll in der Stadt, essen sogar Erbrochenes, sie verletzen sich schlimm an den Müll den wir verlieren“, berichtet sie.

Frau stellt Forderung an Stadt Mülheim

„Man muss diese Tiere nicht mögen“, gibt Bella Sahin zu Bedenken „aber Tierschutz sollte bei Tauben nicht aufhören“, mahnt sie.

Die Tierschützerin wünscht sich von der Stadt Mülheim einen betreuten Taubenschlag, wo sie artgerechtes Futter erhalten und Eier gegen Gipseier getauscht werden. „Denn nur so kann man die Population reduzieren“, sagt sie.

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Das sagt die Stadt Mülheim zum Tauben-Problem

Ein Sprecher der Stadt Mülheim sagte auf Nachfrage von DER WESTEN, dass eine Überpopulation verwilderter Tauben in der Innenstadt nicht erkennbar sei.

Die Verletzung einzelner Tauben sei „sicherlich bedauerlich, aber auch nicht ganz zu vermeiden, da sich die Tauben frei bewegen können und somit möglichen Gefahren in ihrem Lebensumfeld ausgesetzt sind“, so der Stadtsprecher.

Das macht die Stadt Mülheim zum Schutz der Tauben

Das Betreiben eines städtisches Taubenschlages sei von Seiten der Stadt nicht finanzierbar. Wenn Vereine die Kosten für Futter, Personal und Tierarztbehandlungen aufzubringen, würde die Stadt gern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Bis dahin sei das Veterinäramt weiter bemüht, mögliche Verletzungsgefahren durch unsachgemäße Vergrämungsmaßnahmen an Gebäuden in der Innenstadt zu überprüfen. Bürger könnten entsprechende Beobachtungen weiter gerne melden.