Mülheim

Mülheim: Er war der „wahre Schimanski“ – Ermittler-Ikone verstirbt viel zu früh

Heinz Sprenger ist „der wahre Schimanski".
Heinz Sprenger ist „der wahre Schimanski".
Foto: DER WESTEN

Mülheim. Er nannte sich selbst den wahren Schimanski – veröffentlichte sogar ein gleichnamiges Buch. Seine Aufklärungsquote als Ermittler sucht mit beinahe 100 Prozent in Deutschland seinesgleichen. Nun ist Heinz Sprenger im Alter von 66 Jahren verstorben.

Wie die „WAZ“ berichtet, erlitt der gebürtige Mülheimer einen Infarkt beim Fahrradfahren auf Mallorca.

Mordermittler Heinz Sprenger verstorben: Er klärte die Mafia-Morde auf

Berühmtheit erlangte der Mülheimer Kommissar durch die Aufklärung der Mafia-Morde in Duisburg. Vor einem italienischen Restaurant waren 2007 sechs Männer von einem Killerkommando mit 54 Schüssen ermordet worden. Sprengers Ehrgeiz und Akribie sorgte dafür, dass in Zusammenarbeit mit italienischen Ermittlern die Schuldigen ausgemacht werden konnten.

Über sich selbst sagte er im Gespräch mit DER WESTEN im vergangenen Jahr noch: „Ich verlangte immer 130 Prozent von meinem Team und mir selbst“.

Hier kannst du dir das Interview mit Heinz Sprenger nochmals anschauen:

Heinz Sprenger ist "Der wahre Schimanski"

Heinz Sprenger ist "Der wahre Schimanski"

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Nicht nur als Ermittler mit außergewöhnlichem Engagement

Doch nicht nur als Mordermittler glänzte Sprenger. Er zeichnete sich als Mitbegründer des Netzwerks „RidsKids“ aus, das die Rechte misshandelter Kinder stärken will.

In einem Buch dokumentierte er blaue Flecken, Brandverletzungen durch ausgedrückte Zigaretten und weitere Anzeichen von Kindesmissbrauch. Seine Botschaft: Schaut hin und seht nicht weg!

Ärzten, so erklärte er, seien die Hände gebunden. Entdecken sie an Kindern Spuren von Misshandlungen und sprechen Eltern darauf an, wechseln diese einfach den Arzt. Ein Thema, was Sprenger nach seiner Pensionierung zutiefst umtrieb.

Ein Mensch mit einem Gespür für Gerechtigkeit

Der passionierte Radfahrer schlug für ein Interview absichtlich einen Punkt vor, zu dem er radeln konnte. Noch vor sechs Monaten machte er einen fitten Eindruck. Nun ist er im Alter von 66 Jahren verstorben, lässt eine Frau und zwei Kinder zurück.

Das Ruhrgebiet verliert einen großartigen Ermittler – und einen Menschen mit einem Gespür für Gerechtigkeit.

 
 

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