Mülheim

Mülheim: Reporterin macht neuen Corona-Test im Flughafen-Hangar – plötzlich wird es unangenehm

5 Tipps gegen die Einsamkeit im Corona-Lockdown

In gewisser Weise droht Einsamkeit in 2020 wohl fast jedem, besonders in der zweiten Lockdown-Isolation. Social Distancing kann für manchen eine psychologische Herausforderung darstellen. Hier die hilfreichsten Tipps gegen Einsamkeit:

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Mülheim. Sie begleiten uns seit der Corona-Pandemie genauso wie wirre Verschwörungstheorien und Hamsterkäufe: Die unangenehmen Videos von Corona-Tests, in denen Menschen das Stäbchen tief in das Nasenloch gesteckt bekommen, anschließend würgen und sich fast übergeben müssen.

Diese Videos sind einer der vielen Gründe, warum ich froh war, bisher um einen Corona-Test herum gekommen zu sei. Doch dank einer neuen Teststation in Mülheim können sich nun auch zart Besaitete schnell und einfach testen lassen – nämlich per Spuckprobe im Becher!

Aber es kommt noch besser: Die Teststation im Hangar des Luftschiffes „Theo“ der WDL Luftschiffgesellschaft ist eine Art Drive-In. Zum Testen muss man nicht mal aus dem Auto aussteigen, das Prozedere dauert nur wenige Minuten, danach kriegt man das Ergebnis innerhalb von 30 Minuten per Email und SMS.

Kann Gutes denn so einfach sein? Das habe ich für DER WESTEN getestet.

Mülheim: Spuck-Teststation ist die Erste in Deutschland

Seit Freitag gibt es die Teststation am Flughafen in Mülheim, die als erste Station in Deutschland die zugelassenen Spucktests (je 34,99 Euro) als Corona-Antigen-Test verwendet. Aber auch der klassische Nasenabstrich (je 29,99 Euro) wird hier auf Wunsch durchgeführt.

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Das ist die Stadt Mülheim an der Ruhr:

  • wurde 1093 erstmals urkundlich erwähnt, 1808 wurden die Stadtrechte verliehen
  • liegt zwischen Duisburg, Essen und Düsseldorf
  • hat 170.632 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • besteht aus neun Stadtteilen in drei Stadtbezirken
  • Oberbürgermeister ist Marc Buchholz (CDU)

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Die Terminbuchung und die Auswahl der Testmethode erfolgt über eine Website, auf der ich aus verschiedenen, einstündigen Zeitfenstern wählen und sogar bis zu fünf Begleiter mit angeben kann. Die Zahlung erfolgt ebenfalls online, der Rest läuft dann über meine Email-Adresse – dort laufen sowohl eine Buchungsbestätigung als auch der wichtige QR-Code ein, den ich für den Rest meiner Test-Reise brauchen werde.

Denn vor Ort angekommen, werde ich schon einige Meter vor dem Hangar das erste Mal nach dem zweidimensionalen Code gefragt, der durch Scannen den Mitarbeitern der Teststation Bescheid gibt, dass ich gleich vorfahren werde.

Der erste Eindruck auf dem Flugplatz in Mülheim irritiert – aber schnell wird klar, dass alles so gut abgesperrt und gekennzeichnet ist, dass man sich glücklicherweise gar nicht verfahren kann.

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Mülheim: Corona-Test wird plötzlich unangenehm

Im Hangar angekommen, kann man schon mal leicht vergessen, warum man eigentlich dort ist. Der Blick auf Luftschiff „Theo“ ist beeindruckend, die Atmosphäre mit grüner Beleuchtung und Palmen nicht so steril, wie ich erwartet habe.

An der zweite Drive-In-Station erwarten mich schon die Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz Essen. FSJler Gerrit Bonsen möchte ebenfalls als Erstes meinen QR-Code scannen.

Im Gegenzug bekomme ich einen Plastikbecher, der aussieht wie ein personalisiertes Pinchen. Mit dem Hinweis, „je mehr, desto besser“ reicht Gerrit mir den Becher mit meinem Namen und QR-Code.

Dann wird es plötzlich unangenehm: Einfach vor versammelter Mannschaft in den Becher zu spucken, fällt mir nicht leicht. Deshalb darf man mit dem Wagen ein Stückchen weiter vor fahren, um dort in Ruhe zu spucken.

Auch als ich meine Probe mit der Spucke wieder zurück reiche, fühle ich mich nicht gerade wohl – aber habe wenigstens keinen Würgereiz.

Tatsächlich ist der Spucktest an diesem Morgen in der Teststation am Beliebtesten und laut Koordinator Filip Schreiner vom Deutschen Roten Kreuz Essen einer der zwei Hauptanreize, das Drive-In zu nutzen – neben der Schnelligkeit: „Für die Menschen ist es eine schnelle Sache, bevor sie auf der Arbeit sind. Man kann das Testen mal eben auf dem Weg zur Arbeit erledigen, oder auf dem Weg in den Feierabend“, so Schreiner.

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Mülheim: Angebot wird nach Bedarf erweitert

Bereits in den ersten Stunden nutzten 25 Menschen zwischen sieben Uhr und zehn Uhr morgens die Station. Für Schreiner und sein Team eine Überraschung, „über die wir uns natürlich freuen“. Die Kulisse komme außerdem gut an, so haben Getestete teilweise Selfies mit dem Zeppelin „Theo“ aus dem Auto heraus gemacht.

Auch Daniel Dreier, Pressesprecher der Luftschiffgesellschaft WDL, ist zufrieden – vor allem, weil das Angebot „in eineinhalb Wochen aus dem Boden gestampft wurde“. Die Test-Station sei ein Projekt, „in dem jeder die eigene Leistung mit einbringt“. So stellt die WDL den Standort, das Deutsche Rote Kreuz die Methode und die Medizin-Firma Weles die benötigten Test-Mittel.

Die Zusammenarbeit funktioniert: Etwa drei bis fünf Minuten dauert die Test-Prozedur durch den Drive-In, der Kontakt zwischen Test-Personen und Mitarbeitern wird so kurz wie möglich gehalten. Nach knapp 30 Minuten, als ich längst aus dem Hangar raus bin, gibt es für mich die gute, negative Nachricht – kein Covid-19.

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Aktuell sind Buchungen in der Corona-Tests in Mülheim nur montags, mittwochs und freitags von sieben bis zehn Uhr und von 16 bis 18 Uhr und bis zum 5. März möglich. DRK-Koordinator Schreiner gibt aber an, das Angebot je nach Bedarf zu erhöhen.

 
 

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