Mittelfristige Perspektive

Foto: NRZ
Die Realisierung des Petrikirchenhauses wird noch ein Weilchen dauern. Kritiker hält an seinem Standpunkt fest.

Ich hätte nicht gedacht, dass das so lange dauert“, sagt Ulrich Turck, erfolgreicher Unternehmer und Gründer der Stiftung Petrikirchenhaus. Als vor gut drei Jahren die Idee geboren wurde, direkt neben der Kirche ein Haus zu errichten, in dem die stetig wachsende Singschule, die Initiative Las Torres und ein vielfältig nutzbarer Gemeindesaal Platz finden sollen, gingen Turck und seine Mitstreiter von einem Fertigstellungstermin im Jahr 2010 aus. Doch ein zeitaufwendiges Bebauungsplanverfahren, an dessen Ende ein Ratsbeschluss stehen muss, verhinderten eine schnelle Umsetzung.

Im vergangenen Herbst hatten die Planungsunterlagen zum zweiten mal öffentlich ausgelegen. Die Resonanz: Es gab lediglich eine einzige schriftliche Einrede, die von Manfred Haake. Der ehemalige Eigentümer der Mausefalle-Immobilie ist seitdem das Projekt bekannt wurde, ein Kritiker. Seine Gründe: „Das Haus ist überdimensioniert, es hat zu wenig Abstand zu den gegenüberliegenden Gebäuden, es erschlägt den Bereich.“ Sein Alternativvorschlag: Auf der Fläche neben der Friedenstreppe ein Gebäude zu errichten, dass von der katholischen wie der evangelischen Gemeinde genutzt wird. Haake wartet jetzt auf die schriftliche Stellungnahme der Stadt. „Mein Anwalt wird dann prüfen, ob ich rechtliche Schritte unternehmen werde.“

Politisch scheint die Sache klar zu sein: SPD, CDU, FDP und Grüne bewerteten das Projekt bislang positiv. Am 27. März wird es der Planungsausschuss noch einmal diskutieren. Ein positiver Ratsbeschluss könnte bis Mitte des Jahres erfolgen. „Dann müssen die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden“, so Turck. Ganz einfach werde die Sache nicht: Unter dem Fundament des Petrikirchenhauses verläuft ein Abwasserkanal. „Was die Bauzeit betrifft wird man wohl ein Jahr benötigen“.

Abgesprungen sei übrigens bislang keiner der privaten Sponsoren, zu denen auch der RWE-Chef und gebürtige Mülheimer Jürgen Großmann zählt, sagt Turck. Spenden und Spender sind weiterhin willkommen, soll die Realisierung doch ohne Inanspruchnahme der evangelischen Gemeindekasse erfolgen. 2009 waren 1,6 Millionen Euro veranschlagt, heute, drei Jahre später, wird man noch mal neu rechnen müssen.

 
 

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