Mitreißendes Novemberfest

Konzert des Zupforchesters in der Stadthalle in Mülheim. Musiker begeisterten die Zuhörer.
Konzert des Zupforchesters in der Stadthalle in Mülheim. Musiker begeisterten die Zuhörer.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Der meist graue und feuchte November steht bei uns nicht in dem Ruf, zu großen Festen zu inspirieren. Das ist in Japan wohl etwas anders, wie der Komponist Yasuo Kuwahara in seinem Stück „Novemberfest“ vermittelt, das auch das Motto abgab für das Konzert des Mülheimer Zupforchesters unter der Leitung von Dominik Hackner: Das musikalische Bild des dortigen Herbstfestes ist sehr komplex, rhythmisch kompliziert und gespannt. Die Zupfinstrumente werden in vielfältiger Weise als Percussionsinstrumente eingesetzt, eine hinreißende Musik, deren ebenso hinreißende, punktgenaue Gestaltung besonders heftigen und lang anhaltenden Beifall provozierte.

Eine deutsche Erstaufführung

Ebenfalls hohe Anforderungen an die Professionalität des Orchesters stellte „Quo vadis?“ der weißrussischen Komponistin Kseniya Vechar-Kavalevskaya, das hier seine deutsche Erstaufführung erlebte, mit seiner noch radikaleren, abrupt-percussive Partien und Cluster-Glissandi verbindenden Tonsprache. Aber nicht nur in „schweren“ Werken zeigt sich die hohe Qualität des Orchesters, auch Geläufigeres – wie die an Mustern der älteren Musik orientierte „Lautenschläger Suite“ von Walter Kretschmar oder Cornelissens „Lichterfelder Zupfmusik“ – gewann durch plastische Phrasierung, sensible Dynamik und volles Ausspielen jeder Ausdrucksnuance unmittelbares Leben jenseits eingeschliffener Routine.

[kein Linktext vorhanden] Als Solistin präsentierte sich zunächst die Sopranistin Franziska Beck mit drei von Marcel Wengler bearbeiteten Dowland-Liedern. Ihr schlanker, gewissermaßen mädchenhafter Sopran entsprach genau der gebändigten Expressivität der alten Liebes-Gesänge. Er war nochmals zu hören in der „Aria“ der „Lichterfelder Zupfmusik“ nach einem Text von Eichendorff.

Die Flötistin Lena Frömmel gestaltete neben dem Flötenpart in den Dowland-Liedern vor allem den Solo-Part im stark in der Tradition der Jugendmusik stehenden Concertino op.38/2 von Max Baumann. Schließlich muss auch Konzertmeisterin Ricarda Küpper genannt werden, die in dem sehr romantischen „Cantabile“ von Yoshinao Kobayashi die Solo-Mandoline spielte.

Dass die Akteure nicht ohne drei Zugaben von der Bühne kamen, versteht sich fast von selbst.

 
 

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