Mit dem Rad durch die grüne Stadt Mülheim

Annette Lehmann
Gästeführerin Brunhilde Böhls (2. v. li.) leitete die Radtour der Grünen Jugend am Sonntag. Um 11 Uhr war Abfahrt an der Radstation am Hauptbahnhof.
Gästeführerin Brunhilde Böhls (2. v. li.) leitete die Radtour der Grünen Jugend am Sonntag. Um 11 Uhr war Abfahrt an der Radstation am Hauptbahnhof.
Foto: Winfried Labus / FotoPool

Mülheim an der Ruhr. Trotz zunächst düsterem Himmel folgten am Sonntagvormittag 13 Mülheimer der Einladung der Grünen Jugend zu einer Radtour unter dem Motto „Wir erkunden unsere grüne Stadt“. Nicole Sellerbeck, Sprecherin der 2012 gegründeten Gruppe und begeisterte Radfahrerin, wollte „vor allem junge Leute ansprechen, ihre Stadt von der grünen Seite kennenzulernen“. Auch Tim Giesbert, jugendpolitischer Sprecher der Grünen, lieh sich kurzerhand ein Ruhrperlen-Rad in der Radstation am Hauptbahnhof. Dort begann der Ausflug.

Natürlich soll es eine Tour werden mit Betonung der Stadtökologie – der Wahlkampf hat schließlich begonnen. Die Leitung übernimmt Gästeführerin Brunhilde Böhls. Mit ihrem E-Bike fährt sie zügig voran: am Damm der Rheinischen Bahn entlang, auf deren Trasse der so genannte Radschnellweg geplant ist.

„Den Bodenverbrauch reduzieren“

Erste Station ist an den „Säulen von Mülheim“ vor dem Kaufhof-Parkhaus. „Wir brauchen guten Boden genauso wie Luft und Wasser zum Leben“, sagt Brunhilde Böhls, und demonstriert an einem aufgeschnittenen Apfel, dass gerade einmal auf einem Achtel der Erdoberfläche Nahrungsmittel angebaut werden können. Mit Blick auf die Säule mit extrem verdichtetem und versiegeltem städtischen Boden ohne Humusschicht betont sie: „Es dauert Hunderte von Jahren, bis sich eine ein Zentimeter dicke Schicht bildet. Deshalb sollten wir unseren Bodenverbrauch reduzieren.“

Weiter geht es über den Müga-Radweg nach Styrum zum Aquarius Wassermuseum. Dort wartet Leiter Andreas Macat, um einen Vortrag zum Thema „virtuelles Wasser“ zu halten.

Virtueller Wasserverbrauch steigt

„In Deutschland sinkt der reale Pro-Kopf-Wasserverbrauch“, so der Experte. Der Deutsche verbrauche im Schnitt rund 121 Liter pro Tag; das sei im europäischen Maßstab wenig. Doch: „Der virtuelle Verbrauch, also die Wassermenge, die notwendig ist, um Produkte herzustellen, steigt.“ So benötige man beispielsweise für die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch rund 16.000 Liter Wasser.

Das passt zum aktuellen Thema des „Veggie-Day“, bemerken die Grünen in der Gruppe. Dann können die Teilnehmer noch ihren persönliche Fußabdruck beim Wasserverbrauch errechnen lassen – und weiter geht’s.

Einkehr im Haus Ruhrnatur

Die Gruppe fährt am Schloß Broich vorbei – hin zum Fossilienweg mit der zweiten Station auf der Bodenroute. Titel: „Bodeneinblicke“. In Saarn wird der Wildapfelbaum – Baum des Jahres 2013 – vorgestellt. Dann geht es weiter über Schleichwege zu den „schutzwürdigen Böden“ ins Naturschutzgebiet der Saarner Ruhraue und schließlich – nach einer 20 Kilometer langen informativen Radtour – zur verdienten Einkehr ins Café von Haus Ruhrnatur.