Ministerbesuch im Warenhaus der Flüchtlingshilfe

Innenminister Ralf Jäger besucht WIM Initiative - Willkommen in Mülheim und dessen Gründer Reinhard Jehles.
Innenminister Ralf Jäger besucht WIM Initiative - Willkommen in Mülheim und dessen Gründer Reinhard Jehles.
Foto: FUNKE Foto Services
Ralf Jäger besuchte das Warenhaus der Flüchtlingsinitiative und zeigte sich beeindruckt von dem, was Reinhard Jehles und sein Team aufgebaut haben

Mülheim.. Peshwar ist an diesem Morgen im Warenhaus der WIM ein gefragter Mann. Erst fragt der Minister ihn, wie er nach Deutschland und nach Mülheim kam, dann wiederholt der Syrer sein Schicksal noch einmal in die Fernsehkameras, derweil Ralf Jäger sich von Reinhard Jehles verabschiedet. Der Terminplan ist eng. Aber immerhin über eine halbe Stunde hat sich der Innenminister von NRW Zeit genommen, um die Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Mülheim“ zu besuchen.

Er spricht von einem „tollen Beispiel“ für ehrenamtliche Hilfe und einer gelebten Willkommenskultur und Reinhard Jehles seine Anerkennung für das „unglaubliche Engagement“ aus. Stundenlang könnte man sich mit dem WIM-Gründer unterhalten, so Jäger. Er zeigt sich „großartig beeindruckt, wie die Leute hier anpacken.

Lob vom Minister

„Man kann nur Danke sagen“, sagte der Minister. Das besondere an WIM sei, dass diese Hilfe keiner staatlichen Organisation bedarf und hier die Flüchtlinge auch selbst aktiv werden. Flüchtlinge, wie Peshwar, der in Syrien anderthalb Jahre im Gefängnis saß, mit seiner Frau, einer Christin, und Kind über die Türkei und in einem Lastwagen nach Deutschland geflohen ist. Vier Sprachen spricht er: Englisch, Russisch, Arabisch und Kurdisch. Deutsch soll jetzt als fünfte Sprache schnell dazukommen. Um etwas zu tun zu haben, arbeitet er ehrenamtlich im WIM-Warenhaus mit.

Über 1000 Flüchtlinge kommen derzeit täglich in NRW an. Da „sind die viele ehrenamtlichen Helfer in NRW eine große Stütze“ sagt Ralf Jäger. Das Warenhaus der WIM zeige, wie schnell aus einer Idee eine große Hilfe für Menschen in Not werden könne.

Individuelle Schicksale sehen

Angefangen hatte alles mit einem Hilfe-Aufruf für eine Flüchtlingsfamilie im sozialen Netzwerk. Inzwischen organisieren 50 Helfer die Kleider- und Hilfsgüterausgabe an bedürftige Flüchtlinge im Warenhaus an der Solinger Straße, wo verschiedene Kulturen aufeinander treffen und wo Berührungsängste abgebaut werden.

Gespräche wie das mit Peshwar bestätigen Ralf Jäger in seinem Grundsatz in der Flüchtlingspolitik, das individuelle Schicksal der Menschen zu sehen: „Danach sollten alle Politiker handeln, auch der Bayerische Ministerpräsident“, sagt der Minister in Anspielung auf die Flüchtlingspolitik von Horst Seehofer, der ein konsequenteres Vorgehen des Bundes und der Länder gegen Asylmissbrauch fordert.

 
 

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