Minikreisverkehr wird realisiert

Kreuzung Rheinstraße/Timmerhellstrarße/Lahnstraße.
Kreuzung Rheinstraße/Timmerhellstrarße/Lahnstraße.
Foto: Jose LuisMartinez / WAZ FotoPool

Mülheim Speldorf. Schwere Laster rollen tagtäglich durch das Hafengebiet und über die Kreuzung Rheinstraße/Timmerhellstraße/Lahnstraße. Wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens und verschärfter Unfallgefahr hatte sich die Politik schon 2010 mit dem Knotenpunkt beschäftigt und den Bau einer Ampelanlage beschlossen.

Nun kommt es aber ganz anders als geplant. Die Bezirksvertretung 3 hat die Stadt beauftragt, einen Minikreisverkehr anzulegen.

Unfallträchtiger Knotenpunkt

Wieso wurde der Plan geändert? Weil - wie SPD-Ratsherr Wilfred Buß bemerkt und vor geraumer Zeit moniert hatte - die Verwaltung den Beschluss aus dem Jahre 2010 einfach „vergessen“ und nicht umgesetzt hatte. Zudem, so kritisierte der Sozialdemokrat, habe das Tiefbauamt das seinerzeit für die Installation der Ampelanlage zur Verfügung stehende Geld an den Kämmerer zurückgegeben - ohne die Politiker zu informieren.

An der Kreuzung, die als Unfallhäufungsstelle galt, tat sich - außer dass Beschilderung und Markierung etwas verändert wurden - nichts. Zwischenzeitlich wurde auch die Standortleitung der Siemens AG bei der Stadtverwaltung anstellig und bat um einen Ampel-Bau - um die Verkehrssicherheit vor Ort zu erhöhen. Einen entsprechenden Antrag brachte die SPD im vergangenen September dann wieder im Ausschuss für Stadtentwicklung ein und forderte rasches Handeln. „Die Umsetzung der Maßnahme noch im laufenden Haushaltsjahr ist zwingend erforderlich, da eine Aufnahme in das Investitionsprogramm 2013 von der Bezirksregierung als zusätzliche Maßnahme gewertet und daher wahrscheinlich nicht genehmigt wird“, hieß es in der Vorlage.

Kostengünstig und kurzfristig realisierbar

Ein Alternativvorschlag, den die Verwaltung präsentierte, ließ die Politiker aber jetzt Abstand von der Ampellösung nehmen. Zwar hat es der Stadt zufolge an der Kreuzung in 2011 keinen und in diesem Jahr nur zwei leichte Unfälle gegeben, dennoch wolle man „diese positive Entwicklung dauerhaft sichern“. Mit einer kostengünstigen und kurzfristig realisierbaren Lösung - einem Minikreisverkehr.

Der Kreisel ist ohne bauliche Eingriffe in die vorhandene Kreuzung integrierbar. In der Mitte wird ein Kreis mit acht Meter Durchmesser gesetzt, der gut erkennbar und nur leicht erhöht ist. „Der Schwerverkehr wird die Kreisinsel regelmäßig überfahren, weil er sonst nicht um die Kurve kommt“, erläuterte Robert Petrás vom Tiefbauamt in der BV-Sitzung.

Die Bauarbeiten sollen zehn Tage dauern und Ende November abgeschlossen sein. Kosten: 17.000 Euro. „Wir sind dankbar für diese Lösung, die Ampel wäre teurer“, erklärte Hans-Hermann Stollen (Grüne). „Im Kreisel kann der Verkehr individueller abfließen - und er ist preiswerter“, lobte Werner Seger (FDP). Und auch Hans-Jürgen Walter (SPD) war von der neuen Lösung überzeugt: „Der Minikreisverkehr ist optimal.“

 
 

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