Metalldiebe verursachten Bahnunglück im Hafen Mülheim

Bei dem Unfall im Mülheimer Hafen ist auch ein Mitarbeiter der Hafenbahn schwer verletzt worden. Er und einer der Diebe werden weiterhin im Krankenhaus behandelt.
Bei dem Unfall im Mülheimer Hafen ist auch ein Mitarbeiter der Hafenbahn schwer verletzt worden. Er und einer der Diebe werden weiterhin im Krankenhaus behandelt.
Foto: Oliver Müller/WAZ FotoPool
Die Polizei hat die Hintergründe des Unfalls im Mülheimer Hafen aufgeklärt. Es waren Metalldiebe aus Rumänien, die von einer Altmetallhandlung an der Timmerhellstraße Schrottteile mitnehmen wollten. Der junge Fahrer flüchtete sofort von der Unfallstelle, nach ihm fahndet die Polizei mit Haftbefehl.

Mülheim. Die Polizei hat die Umstände des Unfalls mit der Hafenbahn, der am 23. Juli mehrere Schwerverletzte gefordert hat, aufgeklärt. Der Leiter der Mülheimer Ermittlungskommission, der Erste Kriminalhauptkommissar Jürgen Achterfeld, löste die Gruppe aus Ermittlern und Verkehrsexperten inzwischen auf.

Wie die Polizei mitteilte, sind die drei Männer, die Schrottteile auf dem Betriebsgelände einer Altmetallhandlung an der Timmerhellstraße mitnehmen wollten, in Rumänien gemeldet.

Zwei der Schwerverletzten noch immer im Krankenhaus

Als das Trio am 23. Juli in den Mittagsstunden mit dem in Großbritannien zugelassenen Mercedes-Sprinter vom Firmengelände flüchten wollte, stießen der Wagen am Werkstor mit der Hafenbahn zusammen. Bei dem Unfall saßen zwei der Männer (20, 50 Jahre) im Fahrzeug. Der Dritte (32) versuchte noch, in das fahrende Auto zu gelangen. Dabei geriet er unter den Zug, wo er sich schwerste Verletzungen zuzog. Er ist bis heute nicht vernehmungsfähig.

Ein 33-jährige Bahnmitarbeiter aus Mülheim, der auf dem ersten Waggon des von der Lok geschobenen Zuges auf einem Trittbrett mitfuhr, geriet zwischen den Zug und den mitgeschleiften Mercedes-Sprinter und erlitt dabei schwerste Verletzungen an den Beinen.

Fahrer des Fluchtwagens wird per Haftbefehl gesucht

Der Fahrer (20) und der Beifahrer (50) des Fluchtfahrzeugs wurden leicht verletzt und konnten sich selbst aus dem Fahrzeugwrack befreien. Der junge Fahrer flüchtete sofort von der Unfallstelle. Sein Mitfahrer konnte später ausführlich von der Polizei befragt werden. Nach seiner Vernehmung wurde er in Absprache mit der Staatsanwaltschaft inzwischen wieder entlassen.

Der Fahrer des Unfallfahrzeugs wird nun mit einem Haftbefehl gesucht. Seine Personalien konnten durch Ermittlungen und Vernehmungen zweifelsfrei geklärt werden.

Wie die Ermittler herausfanden, hielten sich die drei Männer offenbar erst seit wenigen Tagen zum Schrottsammeln in Deutschland auf. Bei den Männern fand die Polizei zuvor mitgenommene Metallreste vom Firmengelände, die aber nur von sehr geringem Wert waren. (red)