Meister am Schachbrett

Daniel Fridman
Daniel Fridman
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Daniel Fridman (38) vom Bundesligisten SV Mülheim-Nord gewann 2014 zum dritten Mal die Deutsche Meisterschaft.

Mülheim.. Zufrieden blickt Daniel Fridman auf das vergangene Jahr zurück. Sportlich lief es für den Schach-Profi und Bundesligaspieler des SV Mülheim-Nord viel, viel besser als noch 2013. Das i-Tüpfelchen war der Gewinn des deutschen Meistertitels im niedersächsischen Verden Ende November. Voller Vorfreude blickt Fridman auf die kommenden Wochen und Monate im neuen Jahr. Der 38-Jährige wird zum zweiten Mal Vater. Nach Tochter Sofia (7) erwarten seine Frau Anna Zatonskih und er einen Sohn.

Daniel Fridman wurde 1976 in der lettischen Hauptstadt Riga geboren. Ab dem Alter von sieben Jahren erlangte er das Rüstzeug für seine Karriere im populären Denksport in einer Schachschule für Kinder und Jugendliche. „Viele Kinder hören als Jugendliche oder junge Erwachsene mit dem Schach auf. Ich habe es aber durchgehend weiter gespielt“, erzählt Fridman von seiner steten und ungetrübten Begeisterung für das Schachspiel.

Daniel Fridman seit 2007 deutscher Staatsbürger

Ende der 1990er-Jahre wanderte die Familie nach Deutschland aus. Gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder Rafael, im Schach ein so genannter „Internationaler Meister“, verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Bochum. Seit 2004, drei Jahre nachdem er den Titel des Großmeisters erlangte, kämpft er in der Bundesliga für den SV Mülheim-Nord um Meisterschaftspunkte. In diesem Aufgebot, das sich durch eine hohe personelle Kontinuität auszeichnet, ist Fridman seit einigen Jahren als Mannschaftsführer die rechte Hand des Nord-Vorsitzenden Heinz Schmitz.

Nicht zuletzt um für seine Wahlheimat international spielen zu können, nahm Daniel Fridman 2007 die deutsche Staatsbürgerschaft an. 2008 gewann er auf Anhieb den deutschen Meistertitel in Bad Wörishofen. Es folgten die nationalen Triumphe 2012 in Osterburg und 2014 in Verden. Neben zahlreichen Turniererfolgen war der bisherige Höhepunkt seiner Karriere der Sieg bei der Mannschafts-Europameisterschaft im Jahr 2011 als deutscher Nationalspieler.

Der SV Mülheim-Nord wurde 2013 und 2014 deutscher Vizemeister hinter der übermächtigen OSG Baden-Baden. „Baden-Baden hat einen viel größeren Etat als die übrigen Bundesligisten. Der Leistungsunterschied ist riesig — so, als würde der FC Bayern München in der österreichischen Fußball-Liga antreten. Immerhin haben wir Mülheimer den Ruf, dass wir den Baden-Badenern als einzige Mannschaft hin und wieder im direkten Vergleich in die Suppe spucken können. Die beiden deutschen Vize-Mannschaftsmeistertitel mit Mülheim erfüllen mich mit großem Stolz“, so Fridman.

Turniere für den guten Zweck

2014 war für Fridman nicht nur ein Jahr mit großem sportlichem Erfolg. Der gebürtige Lette schaut über den Tellerrand hinaus und engagiert sich für soziale Zwecke. Gemeinsam mit seiner Frau organisierte er in Bochum eine Schach-Benefizveranstaltung zu Gunsten einer Sonderschule. Im Jahr zuvor hatte er auf diese Weise schon Geld für einen integrativen Kindergarten in Bochum eingespielt. Im Mai dieses Jahres ist die nächste Auflage des Simultanturniers für den guten Zweck geplant. Fridman ist dankbar, dass er sich dabei auf seinen Verein, den SV Mülheim-Nord, bei der Bereitstellung von Materialien verlassen kann.

Seine Frau Anna Zatonskih, in der Ukraine geboren und ausgestattet mit einem US-amerikanischen Pass, unterstützt Fridman als Trainer. Fridman: „Es ist nicht so, dass wir uns in unserer Freizeit gegenübersitzen und Schach spielen. Unsere siebenjährige Tochter Sofia zeigt bislang kein großes Interesse am Schach. Das ist aber auch kein Problem. Sie muss doch nicht Schach spielen.“ In der Familie Fridman dreht sich zwar viel, aber längst nicht alles um den Sport mit den Bauern, den Läufern, den Türmen, den Springern, der Dame und dem König.

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