Mehr Gedanken um Geldausgaben machen

Wie kommen die Radfahrer künftig vom Bahndamm auf den vom Radweg aus sichtbaren hoffentlich schönen Rathausmarkt? Für dieses einfache Ziel gibt es nur eine vernünftige Lösung: Der Radfahrer muss eine direkte Abfahrt erhalten, die ihn auf den Platz und mit ausgewiesener Radspur bis an die Schloßstraße führt. Nur so werden Radfahrer zur Innenstadt Mülheim abbiegen. Die beste Lösung wäre eine Schrägabfahrt. Ideal für den Radfahrer und vermutlich kostengünstig für die Stadt. Doch weit gefehlt in den Gedankengängen unserer Planer und Politiker.

Auf Höhe des Spazierweges am Ruhrufer soll ein großer Aufzug gebaut werden. Also: Der Radfahrer fährt am Rathausmarkt vorbei. Oberhalb stadtseitiges Ufer hält er und holt sich den Aufzug, um dann manuell mit seinem Fahrrad nach unten zu fahren. Vom Rathausplatz sieht er nicht mehr viel. Hier am Ruhrufer ist er außerhalb der direkten Linie, um in die Stadt zu kommen. Die meisten Rad-Besucher auf diesem Wege werden am Ruhrufer bleiben, eventuell bis zum Hafen fahren. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann die Stadtverwaltung sich so ihr Ziel „Belebung Innenstadt“ von der Backe schmieren.

Die Kosten des Aufzuges sind vermutlich sechsstellig, hinzu kommen Folgekosten: Wartungskosten, Kosten für Reparaturen, Kosten für die Entfernung von Graffiti, Kosten für notwendige Säuberungen. Der klare Menschenverstand sagt, dass wir in kurzer Zeit einen verdreckten Aufzug haben werden. Das wäre dann der erste Eindruck für fremde Radbesucher von der Stadt. Setzt man all diese Kosten gegen eine mit dem Rad befahrbare Rampe, die vermutlich lange Zeit wartungsfrei sein würde, so fragt man sich: Wen haben wir in der Stadtspitze als Entscheider sitzen? Man kann nur hoffen, dass immer mehr Bürger sich Gedanken um die Geldausgaben der Stadt machen, denn es ist ihr Geld, das „verpulvert“ wird.